Lausitz & Bäckerhandwerk: Warum der Handwerkskunst als Kulturgut nur ein geringer Stellenwert eingeräumt wird

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Kunst kommt von Können“ – Das geflügelte Wortspiel ist sicherlich vielen Menschen bekannt und gerade für die Handwerkskunst trifft es in hohen Maße zu. Dies wird aber kaum gewürdigt. Betriebe müssen mit stetig wachsender Bürokratie herumschlagen und die Beschäftigten bleibt durch die hohe Abgaben- und Steuerlast kaum Luft zum Atmen. Gerade das Bäckerhandwerk steht dafür exemplarisch, was die Attraktivität des Berufsstandes allgemein sinken lässt.

„Die Bürokratiebelastung gefährdet die Zukunft des Bäckerhandwerks“

>>Deutsche Handwerks Zeitung<<

„Die Bürokratiebelastung gefährdet die Zukunft des Bäckerhandwerks. Sie sei einer der Gründe, warum das Handwerk als Einzel- oder Familienbetrieb immer unattraktiver werde. -„Die Bürokratiebelastung hat für kleine und mittelständische Unternehmen in den vergangenen Jahren ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr zu bewältigen ist und für viele Betriebe sogar existenzbedrohend wirkt“, sagte … , Präsident des Zentralverbandes. Die zahlreichen Bürokratiepflichten führten mittlerweile sogar dazu, dass Betriebe aufgeben müssten oder keinen Nachfolger mehr fänden.“

„Bürokratiebelastung“ – „Für viele Betriebe sogar existenzbedrohend wirkt“

Die Feststellung ist keineswegs überzogene Schwarzmalerei: Mangels geringer Schülerzahl musste nicht nur eine Klasse, sondern eine ganze Berufsschule die Bäcker-Ausbildung aufgeben.

„Bautzen verliert die Bäcker-Ausbildung“

>>Sächsische.de<<

„Bautzen verliert die Bäcker-Ausbildung – Etliche Berufe werden in Sachsen künftig nur noch an wenigen Standorten ausgebildet. … Drei Jahre lang hat das Kultusministerium alle 60 Berufsschulen unter die Lupe genommen und die jetzigen Ausbildungsrichtungen mit dem künftigen Bedarf verglichen – im Hinterkopf immer die voraussichtliche Entwicklung der Einwohnerzahlen.“

„Etliche Berufe werden in Sachsen künftig nur noch an wenigen Standorten ausgebildet“

Mangelnde Perspektive und sinkende Einwohnerzahl: Immer weniger junge Menschen treten noch eine Lehre an. Das machen die veröffentlichten Zahlen deutlich.

„Berufsschülerzahl sinkt im Landkreis Bautzen weiter“

>>Alles-Lausitz.de<<

„Berufsschülerzahl sinkt im Landkreis Bautzen weiter – Auffällig ist allerdings, dass die Oberlausitz in der Gesamtbetrachtung Federn lassen musste. …  gehen dort die Zahlen der Berufsschüler zurück – und zwar von einst 4.919 auf nunmehr 4.844 auszubildende Frauen und Männer. Bei den Berufsfachschülern ist die Lage ähnlich.“

„Berufsschülerzahl“ – „In der Gesamtbetrachtung Federn lassen musste“ 

Sicherlich mögen sprichwörtlich schon immer „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ gewesen sein. Aber für die berufliche Ausbildung bei einer Lehre werden teilweise recht abenteuerliche Wege in der Lausitz abverlangt. Zumal die geringen Lehrlingsgehälter diesem Aufwand längst nicht hergeben. Damit wird öffentlich deutlich: Vielen Handwerksberufen wird nur ein geringer Stellenwert eingeräumt. Doch gerade die kleinen Betriebe halten die regionale Kultur aufrecht.

„Die Vogelhochzeit ist ein traditio­neller Brauch in der sorbischen Lausitz“

>>Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirt­schaft und Geologie<<

„Die Vogelhochzeit ist ein traditio­neller Brauch in der sorbischen Lausitz. Er ist aber auch in anderen europäischen Regionen bekannt. … Das typische Gebäck der sorbischen Vogelhochzeit sind die Sroki bzw. die Sroka (Singular). Die Form kann sehr verschiedenen sein, hier haben die Bäcker ihrer Kreativität freien Lauf gelassen.“

„Das typische Gebäck der sorbischen Vogelhochzeit sind die Sroki“

Die Sorbische Vogelhochzeit wird im hohen Maße mit jenen typischen Gebäck aus der Lausitz verbunden. Dieses wird praktisch nur in regionalen Handwerksbetrieben hergestellt. Allerdings die dafür nötigen Bäckerlehrlinge müssen außerhalb des Sorbischen Siedlungsgebietes zur Berufsschule gehen.