Ungleichheit: „Selbst Beamte auf der niedrigsten Hierarchiestufe sind finanziell deutlich bessergestellt“

Screenshot vimeo.com

Die Ungleichheit zwischen den Einkommen von Staatsbediensteten und durchschnittlichen Arbeitnehmer nehmen von Jahr zu Jahr zu. Aber anstatt diesen Missstand zu begegnen und soziale Gerechtigkeit wieder herzustellen: Beschäftigen sich die Volksvertreter lieber mit anderen Fragestellungen.

>>Welt<<

„Fast jeder zweite Deutsche befürchtet, seinen derzeitigen Lebensstandard nicht dauerhaft halten zu können. Nach einer am Freitag veröffentlichten Studie der Universität Paderborn äußerten knapp 47 Prozent diese Befürchtung. Abstiegsängste reichen demnach bis weit in die Mittelschicht hinein und betreffen auch Menschen mit einem relativ hohen Nettoeinkommen. Am stärksten sind die Befürchtungen allerdings der Studie zufolge bei Menschen mit geringem Einkommen und solchen mit Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Doch auch viele Beschäftigte, die ihren Job für sicher halten, sorgen sich um ihren Lebensstandard oder die Alterssicherung und empfinden zunehmenden Druck und Kontrolle bei der Arbeit als belastend. … Besonders ausgeprägt sind der Studie zufolge neben den Ängsten um den Lebensstandard auch Sorgen hinsichtlich der Alterssicherung.“

Viele dieser Abstiegsängste sind durchaus begründet, aber Beamte, Minister und die Allgegenwärtige hohe Politik kümmern sich lieber um ihr eigenes finanzielles Fortkommen.

>>Wirtschaftswoche<<

„Das Auswärtige Amt und das Bundeswirtschaftsministerium (beide SPD-geführt) haben in dieser Woche zahlreiche Ministerialbeamte befördert. Nach Informationen der WirtschaftsWoche wurden im Außenministerium zehn Beamte auf die Besoldungsstufe A 16 befördert, im Bundeswirtschaftsministerium sind es sieben. Außerdem gab es im Bereich der Staatsministerin für Kultur und Medien im Kanzleramt eine solche Beförderung. Alle 18 Ernennungen wurden bei der jüngsten Kabinettsitzung von der Bundesregierung am vergangenen Mittwoch abgesegnet, bestätigte das Bundespresseamt auf Nachfrage.“

 

>>Beamte – Was die Adeligen von heute wirklich verdienen von Torsten Ermel (Buch) <<

„Der ledige Beamte verdient netto in Besoldungsstufe A8 (nach Krankenversicherung) 2.311 € und in Besoldungsstufe A9 2.470 €. Bezogen auf den nominalen Nettoverdienst ist ein durchschnittlicher Arbeitnehmer demnach anzusiedeln wie ein Beamter in Stufe A8 bis A9. 82 % aller Beamten sind jedoch in der Besoldungsstufe A9 oder höher eingestuft. Sie verdienen bereits nominal netto mehr als der ledige Durchschnittsarbeitnehmer. Der verheiratete Beamte mit drei Kindern verdient netto in Besoldungsstufe A7 (nach Krankenversicherung) 2.848 €. Hier wirken sich insbesondere die Familienzuschläge aus. Der durchschnittlich verdienende verheiratete Arbeitnehmer mit drei Kindern ist demnach anzusiedeln wie ein Beamter in Stufe A7, bezogen auf den nominalen Nettoverdienst nach Krankenversicherung. In der Besoldungsstufe A7 oder höher sind jedoch 95 % aller Beamten eingestuft. Sie verdienen bereits nominal netto mehr als der verheiratete Durchschnittsarbeitnehmer mit drei Kindern. Werden dagegen in den Vergleich außer der Krankenversicherung und dem Familienzuschlag auch sämtliche weiteren Alimentationsleistungen einbezogen, ergibt sich folgendes Bild: Selbst in der niedrigsten Besoldungsstufe A2 verdient der ledige Beamte effektiv netto 2.696 €, der verheiratete Beamte mit drei Kindern 3.525 €. Das sind 268 € bzw. 741 € mehr, als der durchschnittliche Arbeitnehmer netto verdient. Die Besoldungsstufe A2 gibt es praktisch aber gar nicht mehr. Das bedeutet, dass – unter Einbeziehung der Privilegien – 100 % der Beamten effektiv wesentlich mehr verdienen als der durchschnittlich verdienende Arbeitnehmer. Auf Besoldungsstufe A2 beträgt der Einkommensvorteil gegenüber dem Durchschnittsarbeitnehmer für einen Ledigen 11 %, für den verheirateten mit drei Kindern gar 27 %. Deutlich wird aus den Zahlen insbesondere die fatale Wirkung der Familienzuschläge, die zu einer völligen Verzerrung der Einkommensverhältnisse zwischen Arbeitnehmern und Beamten gerade im Bereich der unterdurchschnittlichen Einkommen führen. Doch auch bei den Ledigen sind bereits nominal vier Fünftel der Beamten bessergestellt als der durchschnittliche Arbeitnehmer. Effektiv, unter Berücksichtigung aller Alimentationsleistungen, ist ein Vergleich kaum mehr möglich. Selbst Beamte auf der niedrigsten Hierarchiestufe sind finanziell deutlich bessergestellt als durchschnittliche Arbeitnehmer.“

Die hohe Politik kümmert sich im weitesten Sinn kaum die Bürger, aber dafür um ihre eignen finanziellen Belange.

 

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