Europa: “Warmzeiten im Pleistozän” -“Sumpfschildkröte, Höhlenlöwe, Waldelefant, Waldnashorn, Mammut und Ren”

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Das Klimathema ist in aller Munde. Landläufig wird von einer Erwärmung ausgegangen. Nur leben wir vielleicht nicht gerade in einer Kaltzeit? Tatsächlich lassen historische Tierfunde wie das Nilpferd – respektive Flusspferd – aus der englischen Themse genau jenen Schluss zu. Das Klimaoptimum brachte eine erstaunliche Tierwelt in Europa hervor.

“Die Geschichte der Warmzeiten” – “Nilpferde an der Themse”

>>Das Eiszeitalter von Juergen Ehlers (Buch) <<

“Nilpferde an der Themse – die Geschichte der Warmzeiten – Zur Fauna der Warmzeiten gehören Wildschwein (Sus scrofa) und Reh (Caprolus capreolus), aber auch der Waldelefant (Elephas antiquus) und das Waldnashorn (Stephanorhinus kirchbergensis). Ein besonderer Einwanderer aus dem Mittelmeergebiet ist das Flusspferd (Hippopotamus amphibius). Seine Reste wurden in den Ablagerungen des letzten Interglazi als, dem Eem, am Rhein und in England gefunden (von Koenigswald und Löscher 1982; Gibbard 1994), nicht aber weiter im Osten, weil der atlantische Einfluss nach Osten abnahm. Das Flusspferd breitete sich sehr unregelmäßig entlang der Flüsse aus. Im Unterpleistozän erreichte es sogar einmal Thüringen, wie die Funde aus Untermaßfeld zeigen (Kahlke 1997–2001). Im Biharium ist es im Rhein-Main-Gebiet belegt, es fehlt aber im Holstein, obwohl dieses Interglazial wärmer war als das Eem, in dem das Flusspferd wieder auftauchte. Die Raubtiere sind weniger an bestimmte Klimaverhältnisse gebunden, deswegen kommen in Warm- wie Kaltzeiten Löwe (Panthera ) und Hyäne (Crocuta spelaea) vor, deren nächste Verwandte heue in Afrika leben.”

Flusspferd: “Im Unterpleistozän erreichte es sogar einmal Thüringen”

Ein hypothetisch ausgesetztes Flusspferd würde heutzutage in der Themse wohl kaum überleben. Geschweige eine eigene Population gründen. Dafür sind klimatischen Verhältnisse einfach viel zu kalt. Im Allgemeinen kommt die damalige Fauna und Flora ungefähr mit der heutigen Afrika – südlich der Sahara – gleich. Aber warum überhaupt Fauna und Flora? – Auch die Pflanzenwelt sah ganz anders aus.

Europäische Tierwelt: “Mammut und Wollnashorn, Waldelefant und Wildpferd, Auerochse und Wisent”

>>Das geheime Netzwerk der Natur von Peter Wohlleben (Buch) <<

“Pollenfunde belegen das Vorhandensein von waldfreien Gebieten, und es gab große Pflanzenfresser, deren Herdenstruktur diesen Befund ebenfalls stützt. Die Bejagung durch den Menschen könnte dazu geführt haben, dass deren Anzahl stark abnahm, sodass der Wald die verwaisten Gebiete zurückerobern konnte. Dafür spricht auch, dass die meisten großen und sehr großen Pflanzenfresser ausgestorben sind. Mammut und Wollnashorn, Waldelefant und Wildpferd, Auerochse und Wisent (bis auf wenige Tiere im polnischen Nationalpark Bialowieza): Sie sind alle nicht mehr da, und das ist sicher nicht nur durch die Erwärmung der letzten Jahrtausende zu erklären. So weit, so gut. Diese Theorie steht dennoch auf wackeligen Beinen.”

“Pollenfunde belegen das Vorhandensein von waldfreien Gebieten, und es gab große Pflanzenfresser”

Ausgenommen Auerochse und Wisent starben die meisten dieser Tiere vor sehr langer Zeit aus. Wenngleich die südliche Hemisphäre von dieser Welle verschont blieb. Noch heute laufen Elefanten, Nashörner und Nilpferde im Afrika umher, obwohl überall Menschen lebten. Und tatsächlich haben Menschen diese Zeit noch erlebt. Denn immer wieder tauchen recht bemerkenswerte Funde auf.

“Warmzeiten im Pleistozän” -“Sumpfschildkröte, Höhlenlöwe, Waldelefant, Waldnashorn, Mammut und Ren”

>>CityTrip Erfurt und Weimar von Martin Schmidt (Buch) <<

“Der Travertin (ein Kalkstein) des Weimarer Ortsteils Ehringsdorf wird seit dem 18. Jahrhundert gebrochen. Besonders bemerkenswert sind die archäologischen und paläontologischen Funde wie fossile Pflanzen, Tierknochen und Steinwerkzeuge. Sumpfschildkröte, Höhlenlöwe, Waldelefant, Waldnashorn, Mammut und Ren waren während der humiden Warmzeiten im Pleistozän vor 190.000 bis 240.000 Jahren hier beheimatet, ebenso wie der frühe Neandertaler, der Ehringsdorfer Urmensch.”

“Humiden Warmzeiten im Pleistozän vor 190.000 bis 240.000 Jahren”

Genauso vom heutigen Bild eines “Urwaldes” – vorzugsweise aus Buchen und Eichen – sollte man sich gedanklich frei machen. In der Vergangenheit sind teils ganz andere Bäume hier gewachsen, auch wenn manche in eine andere Zeit einzuordnen seien.

“Der Stubben eines fossilen Mammutbaumes ist mit 5 Metern Durchmesser”

>>Stadt Cottbus<<

“Der Stubben eines fossilen Mammutbaumes ist mit 5 Metern Durchmesser das größte Exponat der paläobotanischen Sammlung des Museums. Er wurde 1982 aus dem Tagebau Klettwitz geborgen. Die Findlingsallee ist eine Kollektion von ausgewählten skandinavischen Leitgeschieben aus Niederlausitzer Tagebauen.”

Als in der Lausitz noch riesige Mammutbäume wuchsen

Auch der Lausitzer Urwald hat zeitweise ganz anders ausgesehen. Das heutige Aussehen der Wälder ist aus Perspektive des Erdzeitalters eine recht junge Erscheinung. Schließlich ist die letzte größere Eiszeit erst rund 10.000 Jahre her.