Forderung nach einem eigenständigen Land Lausitz

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Die Wurzeln der Forderung nach einem eigenständigen Land Lausitz liegen in der wechselvollen Geschichte begründet. Innerhalb der Lausitz, verläuft zwischen Brandenburg und Sachsen eine künstliche Trennlinie. Über Jahrhunderte war die Lausitz zweigeteilt, aber das war keineswegs immer so und auch die gezogenen Grenzen wurden schon mal verschoben. Nun kommen aber Stimmen auf, die eine Wiedervereinigung der Lausitz fordern.

>>Lausitzer Rundschau<<

„Heute teilt sich die Lausitz auf deutscher Seite auf sieben Land- und einen Stadtkreis auf, von denen lediglich die Kreise Spree-Neiße, Görlitz sowie die Stadt Cottbus komplett in dieser Region liegen. Oberspreewald-Lausitz befindet sich bis auf den winzigen Südwestzipfel jenseits des Pulsnitz-Flüsschens in der Lausitz, von Elbe-Elster ist es der Ostteil, die Altkreise Luckau und Lübben von Dahme- Spreewald, der Süden des Landkreises Oder-Spree sowie die Gebiete östlich der Pulsnitz im Landkreis Bautzen. … Die politische Zugehörigkeit Rohnes zum Freistaat Sachsen spielt für Penk keine Rolle. Nur so viel: „Wir sind seit den 1990er-Jahren sogenannte Beutesachsen, ohne irgendeine sächsische Identität zu haben.“ Die Kreise Weißwasser und Hoyerswerda wurden im Jahr 1990 Sachsen zugeordnet, nachdem der Bezirk Cottbus aufgelöst worden war. Von 1815 bis 1945 gehörten diese Gebiete zu Niederschlesien, nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1952 zum Land Sachsen.“

Genau genommen war es der Wiener Kongress im Jahr 1815, der die Lausitz überhaupt erst teilte. Die Gründe hierfür lagen weniger im Bestreben der Einwohner der Lausitz, sondern vielmehr waren es die Folgen der Napoleonischen Kriege. Zur dieser Zeit gehörte die Lausitz zu Sachsen und damit zur unterlegenen Seite. Im jener Epoche gab es auch Bestrebungen – Sachsen als Ganzes – aufzulösen, stattdessen kam es zu einen „Kompromiss“ und der damalige Herrscher verlor die Hälfte seines „Reiches“ . Die Grenze wurde größtenteils eher willkürlich – teilweise unter militärischen Gesichtspunkten – gezogen. Selbst intakte Kirchgemeinden befanden sich seiner Zeit plötzlich im Ausland. Auch war es nie eine feste Grenze. Das neu entstandene Bundesland Sachsen fiel nach der Deutschen Wiedervereinigung beispielsweise erheblich größer aus. Die neu-gezogene Grenze der Oberlausitz verlief dann plötzlich ungefähr 30 Kilometer weiter im Norden. Die Aufteilung innerhalb der DDR nach Bezirken oder während der NS-Zeit in verschiedene Reichsgaue, sind wiederum ganz eigene geschichtliche Kapitel. Eine interessante Randnotiz: Die Lausitz war nicht immer ein Teil von Sachsen oder Brandenburg, respektive Preußen.

>>Branchenbuch Lausitz<<

„Der Dreißigjährige Krieg beendete die böhmische Herrschaft über die Lausitz. 1636 fällt sie an den Kurfürsten von Sachsen.“

Die böhmische Herrschaft über die Lausitz zeichnete sich durch eine recht hohe Autonomie aus. Diese setzte sich selbst nach der Zugehörigkeit zu Sachsen weiter fort, weil die Hoheit über die Lausitz lange Zeit als unsicher betrachtet wurde.

>>Lausitzer Rundschau<<

Durch die Stadt Lauta verläuft indes direkt die Grenze zwischen beiden Lausitzen. Während Lauta-Dorf und Lauta Stadt (ehemals Lautawerk) zur Niederlausitz zählen, gehört der Ortsteil Laubusch bereits zur Oberlausitz. Lauta war einst dem Kreis Calau (Brandenburg) zugeordnet, später dem Kreis Hoyerswerda im Bezirk Cottbus und heute dem sächsischen Landkreis Bautzen. „Ich fühle mich, und zwar in dieser Reihenfolge, als Lausitzer und als Sachse“, erklärt Bürgermeister Frank Lehmann. Zwar habe es im Jahr 1990, als es um die künftige Länderzugehörigkeit ging, Fürsprecher für Brandenburg gegeben. Doch letztendlich fiel die Entscheidung, dass der Kreis Hoyerswerda nach Sachsen wechselt. … Auch die Ruhlander sehen sich nach Angaben von Bürgermeister Uwe Kminikowski eher als Lausitzer, denn als Brandenburger oder Sachsen. „Wir liegen am äußersten Rand Brandenburgs, und so fühlt man sich manchmal auch“, sagt das Stadtoberhaupt. Als Beispiel führt Kminikowski die Sanierung von Straßen an. „Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen gerade mal für Ausbesserungsarbeiten bei Frostschäden.“ Forderungen nach einer Lausitz als selbstständiges Gebiet Indes gab es in der Vergangenheit immer wieder Bestrebungen, die Lausitz in ein administrativ selbstständiges Gebiet zu verwandeln. Genau vor 100 Jahren mit dem Ende des Ersten Weltkrieges tauchte erstmals die Forderung nach einem Land Lausitz auf, sprich der Vereinigung des Siedlungsgebietes der Sorben/Wenden in der Ober- und Niederlausitz.

Sowohl das Bundesland Brandenburg, als auch Sachsen blicken auf die Lausitz eher als randständige Provinz herab. Es zeigt sich nicht nur beim Bau von Straßen und Schienenwegen, wo die meisten wichtigen Verkehrsachsen gezielt an der Lausitz vorbei gebaut werden, sondern ebenso in vielen anderen Bereichen.

 

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