Zeitreise: Warum die Energiewende an die Sowjetische Planwirtschaft erinnert

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Die Deutsche Energiewende läuft praktisch nach dem Muster der Sowjetischen Planwirtschaft ab: Weniger wirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle, sondern mehr ideologische Zielvorgaben. Schon in der damaligen Sowjetunion wurden vergleichbare ehrgeizige Pläne verfolgt. Ein ganz neues Wirtschaftsmodell sollte entstehen. Als futuristisches (End-)Ziel war der „neue Menschangedacht. Sogar die Äußerungen von manchen aktuellen Politiker klingen schon beinahe genauso Weltfremd.

Energiewende: Der stromlose „neue Mensch“ ?

Als „Fernziel“ sollten in der Sowjetunion sogar Geld verschwinden: Also Arbeit sollte ohne Entgelt funktionieren und in dem Geschäften könnte sich jeder alles Kostenlos nehmen. Aber bis es soweit war, hatte man in der Sowjetunion mit ganz banalen Problemen zu kämpfen. Schlechtes Wetter und eine noch schlechtere Planung waren für Getreidemangel verantwortlich. Zahlreiche „Unglücke“ sorgten dafür, dass das Getreide nicht geerntet werden konnte: Die Maschinen fehlten, waren kaputt oder haben am falschen Ort gestanden. Zusätzlich sorgte eine unsachgemäße Handhabung des Getreides dafür, das es Unbrauchbar wurde. Kurzum: Die riesige Sowjetunion litt unter Getreidemangel. Zu allen Überfluss musste sie sich ausgerechnet beim Erzfeind – für teures Geld – Ersatzgetreide kaufen.

Warum die Sowjetunion unter Getreidemangel litt

>>Zeit<<

„Um die Brotversorgung der Bevölkerung und die Futtermittelversorgung des Viehbestandes aufrechterhalten zu können, entschloß sich die Moskauer Sowjetführung zu umfangreichen Getreidekäufen in der westlichen Welt. So wurden 1972 rund 25 Millionen Tonnen Getreide (17 Millionen Tonnen Weizen und acht Millionen Tonnen Futtergetreide) im Westen aufgekauft. Wichtigster Lieferant der Sowjetunion: die USA mit allein zehn Millionen Tonnen Weizen und sieben Millionen Tonnen Futterkorn. Dafür haben die Sowjets rund eine Milliarde Dollar aufzubringen.“

„Wichtigster Lieferant der Sowjetunion: die USA“

Die amerikanischen Landwirte hatten zu dieser Zeit der Sowjetunion einiges zu verdanken. Natürlich stellt diese ganze Situation ein Treppenwitz in der Geschichte da. Die Sowjetunion war zu jener Zeit – der mit Abstand – größte Staat der Erde, gesegnet mit riesigen Ackerflächen und den weltbesten Böden. Die natürlichen Ressourcen hätte wohl ausgereicht, um die eigene Bevölkerung mehrfach zu ernähren. Stattdessen musste Getreide importiert werden.

Stromimporte und Getreideimporte – Planwirtschaftliche Zielvorgaben verfehlt

Nach einen ganz ähnlichen Muster läuft derzeit die Energiewende ab. Nach planwirtschaftlichen Vorgaben – diesmal nicht aus Moskau, sondern aus Berlin – soll die Stromerzeugung neu geregelt werden. Die konventionellen Kern- und Kohlekraftwerke gehen vom Netz: Stattdessen sollen Wind und Sonne in Zukunft dem Strom liefern. Sollten Wind, Sonne und Wetter mal nicht mitspielen, müssen zwangsläufig ausländische Kern- und Kohlekraftwerke einspringen. Inwieweit die ausländischen Kraftwerkskapazitäten für das deutsche Energieexperiment ausreichen: Das steht zwar in dem Sternen: Aber von solchen „trivialen“ technischen Details lässt sich – im neuen Fortschrittsdenken – niemand mehr irritieren: Denn bei einem Blackout will ja schließlich auch niemand die Verantwortung übernehmen. Aber immerhin dämmert es auch den ersten Minister, dass es Probleme mit der Versorgungssicherheit geben „könnte“ .

Warum Bürger bald im Dunkel stehen

>>Oldenburger Onlinezeitung<<

„… die Versorgungssicherheit absoluten Vorrang beim Ausstieg aus der Kohle-Verstromung habe. „Die Versorgungssicherheit ist eine zentrale Säule des Kompromisses zum Ausstieg aus der Kohle. Wir werden 2023, 2026 und 2029 überprüfen, ob der Ausstieg funktioniert oder nicht. Und deshalb sage ich ganz klar: Wir werden keine Experimente mit der Energieversorgung in Deutschland zulassen, die unsere Wirtschaft gefährden oder die Bürger im Dunkeln stehen lassen“, … .“

Ein Blick auf die Strompreisrechnung?

Ein Blick auf die Strompreisrechnung würde zwar genügen, um herauszufinden: Dass die Strompreise nicht nur die Versorgungssicherheit und die Wirtschaft – sondern sogar den sozialen Frieden gefährden. Aber soweit konnte schließlich die planwirtschaftlichen Kohlekommission auch nicht denken. Am Rande stellt sich bei einer solchen Äußerungen auch die Frage: Wie der Herr Minister sich das alles überhaupt vorgestellt hat? Denn der Ausstieg vom Kohleausstieg dürfte sich wesentlich Komplizierter gestalten. Ein Kraftwerksneubau eines Kohlekraftwerks erforderte Jahrzehnte an Planung und Bau. Zudem: Welcher Investor würde ein Kraftwerksneubau in Deutschland noch riskieren? Denn es stehen dabei Investitionen von Millionen – manchmal Milliarden – im Raum und das bei einer Regierung, die alle paar Jahre eine Kehrtwende um 180 Grad vollzieht.

 

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