Das Märchen von scheuen Wolf: „Nur scheu wenn sie gejagt werden“

Screenshot vimeo.com

Wölfe verhalten sich von Natur aus vorsichtig dem Menschen gegenüber, weshalb sie meistens ausweichen, noch ehe wir sie bemerkt haben. Begegnungen auf unter 100 m finden in der Regel dann statt, wenn die Wölfe den Menschen z.B. wegen entsprechender Windverhältnisse noch nicht bemerkt haben. Wenn sie den Menschen wahrnehmen, fliehen die Wölfe meist nicht panisch, sondern orientieren sich zunächst einen Augenblick lang und ziehen sich dann zurück.Nachzulesen sind diese Zeilen auf der offiziellen Webseite des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ was faktisch die Schirmherrschaft, über die Wölfe in der Lausitz übernommen hat. Das Problem an jenen Informationen: Diese sind definitiv Falsch. Nicht nur wurden sie von der realen Wirklichkeit zwischenzeitlich eingeholt, sondern auch ein Professor für Wildökologie, teilt keineswegs die behördliche Auffassung.

>>Focus<<

„Sven Herzog ist Professor für Wildökologie an der Technischen Universität Dresden und warnt ebenfalls vor einem unrealistischen Wolfsbild. … „Die Raubtiere sind aber nur scheu, wenn sie gejagt werden, wie etwa in Russland und Estland.“ In Deutschland fehlten ihnen die negativen Erfahrungen, um sich von Menschen fernzuhalten. Sven Herzog spricht deshalb von einem „schleichenden Prozess der Habituation, also Gewöhnung an den Menschen“, und warnt: „Solange Wölfe nicht erwarten müssen, von Menschen ein Übel zu erfahren, werden sie leicht zu erbeutende Haus- oder Nutztiere jagen.“

 

>>Deutscher Jagdverband<<

„Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in einem aktuellen Positionspapier zeitnah die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz, um bundeseinheitliche Regelungen zum künftigen Umgang mit dem Wolf auszugestalten. … Der jährliche Zuwachs der Population liegt bei über 30 Prozent. Mit einem weiter exponentiell wachsenden Wolfsbestand ist zu rechnen. … Ende 2017 hat das Bundesamt für Naturschutz erstmals öffentlich festgestellt, dass der Wolf keine natürliche Scheu vor dem Menschen hat. Damit er diese wieder erlernt, hat der DJV einen konsequenten Umgang mit „Problemtieren“ gefordert und die vom BfN publizierten „Empfehlungen zum Umgang mit auffälligen Wölfen“ als nicht ausreichend kritisiert. Demnach sei es „ungefährlich“, wenn Wölfe in Dunkelheit durch Siedlungen laufen oder tagsüber in Sichtweite von Häusern. Die Sorgen und Ängste der ländlichen Bevölkerung müssen ernst genommen werden. Die Zahl der Übergriffe auf Nutztiere hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt. Waren es im Jahr 2007 bundesweit noch etwa 100 verletzte oder getötet Nutztiere, wurde 2016 erstmals die Grenze von 1.000 Nutztieren überschritten (Quelle: DBBW).“

Tatsächlich sind die Zustände weitaus schlimmer: Der Wolf läuft nicht nur Nachts durch Ortschaften, sondern geht direkt in die Ställe rein, um dort Nutztiere zu reißen.

>>Lausitzer Rundschau<<

„Für die zwei toten Kälbchen im Stall, die ein Wolf gerissen hatte, hat ein Frauendorfer Rinderbetrieb mit 500 Mutterkühen nach langem Warten inzwischen die ausstehenden Entschädigungszahlungen des Landes Brandenburg überwiesen bekommen. Das erklärt Genossenschaftschef Walter Beckmann. Damit ist der Wolf auch amtlich als für die Kälberrisse im Stall verantwortlich bestätigt.“

 

>>Lausitzer Rundschau<<

„Die Stadtverordneten haben sich am Mittwochabend mehrheitlich für einen künftigen Abschuss von Wölfen ausgesprochen. In der Beschlussvorlage heißt es – etwas harmloser formuliert: „Erklärung der Stadt zur wolfsfreien Zone“. Die Vorlage eingebracht hatte die CDU-Fraktion zunächst im Bau- und Finanzausschuss vor zwei Wochen als „Willensbekundung gegenüber dem Land“. Vergangene Woche ging sie durch den Hauptausschuss, nun erfolgte das Votum in der Stadtverordnetenversammlung. Für den Antrag stimmten neun Abgeordnete von CDU und Ländlicher Wählergemeinschaft (LW), dagegen waren fünf (aus Die Linke und SPD). Zwei Stadtverordnete enthielten sich der Stimme, darunter Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). Norwin Märkisch (CDU) hatte zuvor eine namentliche Einzelabstimmung beantragt. In der Erklärung fordert die Stadt Calau die Brandenburger Landesregierung auf, ihr Gebiet im Wolfsmanagementplan als eine „nicht zur Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone“ auszuweisen. „Öffentliche Interessen wie der Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Tourismus und Naherholung und die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung in Calau und den Ortsteilen stehen dem entgegen“, heißt es weiter. … „Der Wolf ist nicht mehr vom Aussterben bedroht“, so die Calauer CDU. Außerdem müsste der Wolf mit Jagdzeiten und Abschussquoten ins Jagdrecht aufgenommen werden, so die CDU. Und drittens sollten auf Landesebene alle heute bereits zulässigen Mittel ausgeschöpft werden, um die Zahl der Wölfe zu reduzieren. „An Viehweiden müssten Tierhalter und Jäger das Recht bekommen, angreifende Wölfe zur Gefahrenabwehr zu töten“, heißt es im Beschluss.“

 

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