Lausitzer Karpfen: „Wasserstand in den Teichen sank bedrohlich, die Fische hatten kaum noch Lebensraum“

Screenshot youtube.com

Der warme Sommer hat seine Spuren bei den Karpfenzüchtern in der Lausitz hinterlassen. Zwar wachsen die Karpfen bei hohen Wassertemperaturen überaus gut, allerdings haben gesunkene Wasserstände zu zahlreichen negativen Konsequenzen geführt. Nicht alle Teiche sind davon im selben Ausmaß betroffen, aber einige Fischer haben richtig wirtschaftlich zu kämpfen.

>>Märkische Allgemeine<<

„Im Herbst beginnt traditionell das Abfischen der Teiche. Karpfen ist als Silvesterkarpfen bei vielen beliebt. … Die Region bei Cottbus nutzt den Karpfen als Touristenmagneten. Es handelt sich um ein Volksfest.“

 

>>Lausitzer Woche<<

“ Gerd Michaelis, Geschäftsführer des Teichgutes Peitz, bekommt Sorgenfalten, wenn er an die Karpfenernte denkt. Der heiße und trockene Sommer hat seine Spuren hinterlassen. Das Peitzer Teichgebiet umfasst insgesamt 1400 Hektar im Spree-Neiße-Kreis in Peitz, Bärenbrück und Glinzig sowie in Petkamsberg bei Lübben. Viele Teiche litten unter Wassermangel. „Acht Teiche mussten wir vorfristig notfischen“, sagt Gerd Michaelis. Wenn die Fische aus der Fütterung genommen werden bleiben sie natürlich auch kleiner und sind leichter. Bei den hohen Wassertemperaturen im Sommer haben die Fische zwar keinen Schaden genommen, aber der Zuwachs erfolgte nicht so wie erhofft. Das Niedrigwasser in den Teichen machte es den Fischräubern in diesem Jahr leicht. Michaelis befürchtet größere Schäden durch Kormorane und Silberreiher. Durch die Dürre in der Landwirtschaft mussten die Fischer auch mehr Geld für den Futtereinsatz aufbringen. Der Einkaufspreis für das Getreide habe sich verdoppelt. Das könnte sich auch auf den Karpfenpreis auswirken. Die anhaltende Trockenheit bringt auch Probleme beim Abfischen. „Wir brauchen Frischwasser beim Ablassen der Teiche und außerdem Wasser für die Hälteranlagen. Die sind im Moment nur halb gefüllt“, sagt Gerd Michaelis. Solch eine Situation habe es noch nie gegeben. „Ich schaue jeden Tag auf den Wetterbericht und hoffe auf Regen“, so der Fischerei-Chef. Bis zum großen Schaufischen an diesem Wochenende am Peitzer Hälterteich liege noch alles im Plan. Dort sollen 100 Tonnen Fisch mit den Netzen herausgeholt werden. Sollte es danach weiter trocken bleiben, könnten einige Teiche nicht abgefischt werden und der potenzielle Speisefisch kann nicht auf den Markt gebracht werden, befürchtet Gerd Michaelis. „Auch wenn die Temperaturen in diesem Jahr ideal für den Karpfen waren, dass Wasser war es nicht. In meinen Anlagen musste ich streng damit haushalten, denn der Zufluss aus dem Vetschauer Mühlenfließ kam fast zum Stillstand“, sagt der Stradower Fischer Karl Winkelgrund. Der Wasserstand in den Teichen sank bedrohlich, die Fische hatten kaum noch Lebensraum und somit auch wenig Nahrung. Für die Fischfeinde war es dagegen ein gedeckter Tisch, denn Otter, Kormoran und Silberreiher hatten leichte Beute. Den sinkenden Wasserstand im Fließ führt er auch auf die Entnahmen der Anrainer zurück – Notabfischungen waren die Folge. Winkelgrund nimmt auch die Politik in die Verantwortung: „Es wird viel und auch richtigerweise für den Naturschutz getan, aber zu wenig für die Menschen, die mit und in der Natur leben. Die ausufernden Bestände des Silberreihers wirken sich enorm schädigend für mich als Fischwirt aus. Hier muss gegengesteuert werden.“

 

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