„Mama, meine Lieblingsschokolade ist nicht da“ – „Was beim Einkaufen auffällt: Immer mehr Regale sind leer“

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Mama, meine Lieblingsschokolade ist nicht da. Und Kinderkäse auch nicht.“ – Solche oder vergleichbare Sätze dürfte mancher Erwachsener schon einmal gehört haben. Dennoch: Die viel drängendere Frage lautet: Wie sicher sieht die Versorgung wirklich aus? – Tatsächlich lassen sich Schlüsse für die Zukunft ziehen. Und diese machen weder vor der Lieblingsschokolade oder Kinderkäse halt.

„Mama, meine Lieblingsschokolade ist nicht da. Und Kinderkäse auch nicht.“

>>Egal, ich ess das jetzt! von Anna Funck (Buch) <<

»Mama, meine Lieblingsschokolade ist nicht da. Und Kinderkäse auch nicht.« Tatsächlich hat unser Bio-Markt Lieferengpässe. »Dann improvisieren wir eben«, schlage ich vor, und wir gehen in eine große Kette.“

„Tatsächlich hat unser Bio-Markt Lieferengpässe“

Das Problem ist nicht nur zeitlich auf wenige Produkte beschränkt, sondern es kann an verschiedenen Stellen auftreten. Auch Rationierungen von Lebensmittel können eintreten.

Sichtbare Lieferengpässe: „Im Regal klaffen Lücken“

>>Wirtschaftswoche<<

„Im Regal klaffen Lücken. Nur wenige Flaschen Rapsöl sind im Rewe-Markt in der Düsseldorfer Zeppelinstraße noch zu haben. „Aufgrund der unverhältnismäßig hohen Nachfrage beschränken wir die Herausgabe des Öls auf 1 Flasche pro Person“, heißt es auf einem leuchtend gelben Zettel. Dazu der Hinweis: „Es besteht kein Grund für Hamsterkäufe etc.“ Und: „die Warenversorgung ist gesichert“.

Rationierungen: „Aufgrund der unverhältnismäßig hohen Nachfrage beschränken wir die Herausgabe des Öls“

Solche sicherlich gut gemeinten „Hinweise“ können wenig beruhigen. Meistens wird damit noch der gegenteilige Effekt erzeugt und es kann sogar zu Hamsterkäufe führen.

„Hamsterkäufe in Cottbus?“ – „Welche Vorräte legen Cottbuser nun an“

>>Lausitzer Rundschau<<

„Hamsterkäufe in Cottbus? – so sieht es in Supermärkten und Discountern aus – Welche Vorräte legen Cottbuser nun an, und werden Waren schon knapp? … Im Rewe-Markt an der Lausitzer Straße in Cottbus herrscht geschäftiges Treiben. Was beim Einkaufen auffällt: Immer mehr Regale sind leer.“

„Im Rewe-Markt an der Lausitzer Straße“ – „Was beim Einkaufen auffällt: Immer mehr Regale sind leer“

Lieferengpässe und Hamsterkäufe sollten allerdings nicht als isoliertes Problem betrachtet werden. Vielmehr sollte sich dabei das gesamt wirtschaftliche-gesellschaftliche Spektrum widerspiegeln.

„Fragilität unserer Wirtschaft und zeigen“ – „Wie abhängig wir uns als Gesellschaft von ihr gemacht haben“

>>Das Neue Land von Verena Pausder (Buch) <<

„Hunderttausende Schülerinnen und Schüler beharren auf eine konsequente Klimapolitik. … Nur die etablierten Wirtschaftswissenschaften schweigen. Das ist kein Zufall, denn ihr Denkstil hat wesentlich zu den Krisen der Gegenwart beigetragen: Denn eins haben Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise ebenso wie die Corona-Pandemie gemein: Sie entlarven die Fragilität unserer Wirtschaft und zeigen, wie abhängig wir uns als Gesellschaft von ihr gemacht haben. Alte, scheinbar bewährte Lösungen greifen nicht mehr, Lieferengpässe reißen ganze Zweige in den Abgrund, das gesellschaftliche Zusammenleben gerät aus den Fugen. Zeit für die Wirtschaftswissenschaften, die Gebetsmühle aus Effizienz und Eigennutz zu zerschlagen und neue Visionen für eine bessere Welt aufzuzeigen.“

„Lieferengpässe reißen ganze Zweige in den Abgrund, das gesellschaftliche Zusammenleben gerät aus den Fugen“

Die Wirtschaftswissenschaft ist zum reinen Randthema mutiert. Bei vielen Entscheidungsträgern nehmen wirtschaftliche Fragen nur noch einem geringen Stellenwert ein. Dabei lassen sich wirtschaftliche Entwicklungen sehr wohl – zumindest teilweise – vorhersagen. Das Beisiel „Kaffee“ fällt beispielsweise darunter.

„Kaffeepreis wegen drohender Lieferengpässe über Nacht explodieren lassen kann“

>>Gegengift: Europa stiehlt euch die Zukunft. von Gerald Hörhan (Buch) <<

„Pierré, ein Frankfurter Cafetier, bei dem ich gerne eine Tasse trinke, macht es besser. Er kennt sich mit Kaffee besser aus als die meisten anderen Menschen. Er hatte schon als Student eine Leidenschaft dafür. Während seine Kommilitonen im Sommer in Paris am Fließband standen, jobbte er in den großen Anbaugebieten Brasiliens und Kolumbiens. Pierré weiß unter anderem, dass die Nachfrage nach Kaffee, wie bei jeder Droge, vom Preis unabhängig ist, oder dass ein Unwetter in Brasilien Teile der Ernte vernichten und den Kaffeepreis wegen drohender Lieferengpässe über Nacht explodieren lassen kann. Dieses Spezialwissen macht er sich zunutze. Anfangs investierte er in Kaffeeaktien, inzwischen ist sein Wissen so weit gediehen, dass er am Terminmarkt mit Kaffeekontrakten handeln kann. Das heißt, dass er auf den internationalen Umschlagplätzen für Kaffee auf steigende oder sinkende Preise setzt.“

„Internationalen Umschlagplätzen für Kaffee auf steigende oder sinkende Preise setzt“

Auch die „Droge“ Grundnahrungsmittel lässt sich hierbei hinzufügen: Schließlich können die „Abhängigen“ diese nicht so einfach absetzen. Kurzum: Unabhängig vom Angebot wird die Nachfrage immer auf einem bestimmten Ebene bleiben, womit es zu steigenden Preise oder leeren Regalen kommen kann. Dazu müssen nicht mal echte Lieferengpässe eintreten: Alleine echte oder falsche Gerüchte über eine mögliche Angebotsknappheit können bei einer ohnehin schon angespannten Situation zu Panikkäufen führen.