Das Osterreiten in der Lausitz

Screenshot youtube.com

Das Osterreiten dürfte eines der bekanntesten religiösen Osterbräuchen der Sorben in Lausitz sein. Das genaue Alter der Prozessionen lässt sich nicht mehr ermitteln. Die traditionelle Streckenführungen schwanken zwischen zehn und 40 Kilometern, dabei ist zu beachten: Es existiert nicht „das“ Osterreiten. Jede Prozessionen hat nicht nur seine eigene Streckenführung, sondern auch eine bisschen andere religiöse Abhandlung. Bei der evangelischen Kirche in Zerkwitz, findet die Prozession ohne Gesang – als stille Prozession – statt und bei allen anderen wird während des gesamten Zeit gesungen. Viele Pferde sind mit historischen Zaumzeug geschmückt und die Reiter festlich gekleidet. Von auswärtigen Gästen wird die Osterprozessionen manchmal leichtfertig als touristische Spektakel abgetan, dabei ist es in Wirklichkeit keine Touristenveranstaltung. Selbst Stände und irgendwelche Souvenirhändler am Rande sind verpönt. Das traditionellen Osterreiten beruht auf einer historisch langen Tradition und auf einer inneren Überzeugung der Teilnehmer.

>>Osterreiten.com<<

„Am Morgen oder Mittag des Ostersonntags treffen sich die Prozessionen der ausschließlich männlichen sorb. Osterreiter (os. „křižerjo“) an acht kath. Pfarrkirchen und dem Kloster Marienstern. Sie formieren sich zu zweit, die vorderen Paare tragen die farbigen Kirchenfahnen, ein mit der Stola geschmücktes Kruzifix – daher spricht man örtlich auch vom Kreuzreiten – und eine Statue des auferstandenen Christus. Mit dem Segen des Pfarrers und beim Läuten der Glocken reiten die Männer dreimal um die Kirche und danach in die Nachbargemeinde, um dieser die „frohe Botschaft von der Auferstehung Christi“ zu überbringen.“

 

>>Gemeinde Panschwitz-Kuckau<<

„Vor der Kirche sammeln sich die Osterreiter paarweise. Der Pfarrer übergibt ihnen die Kirchenfahnen, die Statue des Auferstandenen und das Kruzifix. Mit den Worten: „Njesće poselstwo zrowastanjeneho Chrystusa do susodneje wosady!“ – „Reitet in die Nachbarpfarrgemeinde und verkündet: Christus ist auferstanden!“ schickt er sie auf den Weg. df Osterreiten 2011 Prozessionsbeginn Nach dreimaligem Ritt um den Kirchplatz begeben sie sich betend und singend in die Nachbargemeinde. Nach alter Sitte dürfen sich die einzelnen Prozessionen nicht begegnen. In der Nachbargemeinde werden die Osterreiter mit Kaffee und Kuchen (bei längeren Strecken auch mit Mittagessen) bewirtet. In der Heimatgemeinde wieder angekommen, klingt der Ostersonntag mit Gebet und österlichem Gesang aus.“

 

>>Spreewald-info.de<<

„Nach dem Frühgottesdienst werden die Reiter an der evangelischen Kirche in Zerkwitz erwartet. Hier beginnt und endet das Zerkwitzer Osterreiten. Beim mehrmaligen Reiten um die Kirche formiert sich die Reiterschar mit den vier Fahnenträgern und der Kreuzreiterin in der Mitte des Zuges. Alle anderen zu Pferde erhalten grüne Hoffnungssträußchen zum Weitergeben. Die Reiter und Gäste der Kirche werden gesegnet. Das stille Prozessionsreiten – in der Niederlausitz ohne Gesang – führt durch den Zerkwitzer Pfarrsprengel mit den Lübbenauer Ortsteilen Kleeden, Klein Beuchow, Groß Beuchow, Klein Radden, Ragow, Krimnitz, Zerkwitz.“

 

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