Die Lausitz unter Polnischer Herschaft

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Nach Schluss des Friedensvertrag von Bautzen, kam die damalige Lausitz unter die Herrschaft von Polen. Für eine verhältnismäßig kurze Periode in der Geschichte, regierten Polnische Könige über die Lausitz.

>>Branchenbuch Lausitz<<

„Die von Heinrich II. (973 – 1024) fortgesetzte deutsche Eroberungspolitik traf zu Beginn des 11. Jh. auf die Gegnerschaft des polnischen Feudalstaates, der in den deutschen Bestrebungen eine Bedrohung seiner eigenen Herrschaft erblickte. Nach heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen kam es 1018 in Bautzen zum Friedensschluß. Die Lausitz und die Mark Meißen wurden polnisch. Bereits 1032 kam die Lausitz zusammen mit der Mark Meißen wieder unter die Standesherrschaft des deutschen Feudealadels. Mit der vollen Entfaltung des Feudalismus in der Lausitz wurde das Land der Milzener zu der Mark Meißen geschlagen, während sich das Land der Lusizer zur selbstständigen Mark Lausitz entwickelte.“

 

>>Lausitzer Rundschau<<

„Lausitzer Geschichte – Als die Lausitz polnisch wurde … „In Polen lernt es jedes Kind in der Schule, dass es 1018 den Friedensschluss von Bautzen gegeben hat. Hierzulande ist das Thema fast komplett in Vergessenheit geraten“, … „Aus meiner Sicht weist uns der Frieden von Bautzen heute ganz sinnbildlich auf die über eintausendjährige wechselvolle Beziehungsgeschichte von Polen, Deutschen und Sorben hin“, sagt Friedrich Pollack. Er ist Leiter der Abteilung Kulturwissenschaften am Sorbischen Institut, das gemeinsam mit anderen Projektträgern in diesem Jahr an das Jubiläum des Friedensvertrages erinnert. … Seit rund 100 Jahren herrschten die deutschen Kaiser über die Gebiete. Das ging nicht immer unblutig zu.Überliefert ist unter anderem ein Feldzug des Markgrafen Gero gegen die slawischen Lusitzi im Gebiet der heutigen Niederlausitz im Jahr 963. Doch die deutschen Herrscher hatten andere Probleme als das verschlafene Sorbenland. Und so wurde ein anderer Nachbar auf die scheinbar leichte Beute aufmerksam: Polens Herzog und späterer König Bolesław I. „Mit dem Tod Kaiser Ottos III. im Jahr 1002 und der kurz darauf erfolgten Ermordung seines potenziellen Nachfolgers Ekkehard I. von Meißen brachen Anfang des 11. Jahrhunderts urplötzlich zwei wichtige Machtstützen der deutschen Herrschaft weg. Nun sah Bolesław seine Chance gekommen und bemächtigte sich im Handstreich der Burg Bautzen“, beschreibt Pollack die Lage. Es folgten wechselhafte Kriegszüge, von denen vor allem eins hängen blieb: Schauplatz der Gefechte war stets das Land zwischen Saale, Elbe und Neiße. „Es ist festzustellen, dass mit dem Frieden von Bautzen ein langwieriger Krieg beendet wurde, der der hiesigen Region und ihren Bewohnern über mehr als anderthalb Jahrzehnte Verheerung, Elend und Unsicherheit bescherte“, so Pollack. „Wenn Sie in die Chronik des Thietmar von Merseburg schauen, der den Konflikt zwischen Heinrich und Bolesław als Zeitzeuge miterlebte und dokumentierte, dann erfahren Sie von Tod und Zerstörung, vom Niederbrennen ganzer Burganlagen und von der Gefangennahme Tausender Männer, Frauen und Kinder.“ Insofern brachte der Friedensschluss von Bautzen für die Lausitzer Sicherheit, Ruhe und Frieden. Doch das alleine erklärt nicht die Bedeutung dieses Friedensschlusses. Denn ewig hielt dieser Friede ja nicht, grob 13 Jahre, was in den damaligen Zeiten schon als viel bezeichnet werden kann. „Es war ein Kompromissfrieden, mit dessen Bestimmungen sich beide Seiten sicher gut arrangieren konnten, zumal sie gleichzeitig ja noch an anderen Fronten kämpfen mussten: Heinrich in Italien, Bolesław im Osten seines Reiches“, schätzt Pollack ein. Und dennoch, aus polnischer Sicht steckte noch mehr dahinter. „Im Prozess der mittelalterlichen Staatsbildung Polens spielt der Frieden von Bautzen eine ganz zentrale Rolle, weil es Bolesław 1018 gelungen war, die Interessen seiner Herrschaft gegenüber dem römisch-deutschen Kaiser erfolgreich zu behaupten“, so Pollack. Unter anderem durfte er die eroberten Gebiete behalten. Die beiden Lausitzer Länder wurden so zu einem Teil des neuen polnischen Reiches, wenn auch nicht für sehr lange. „Bolesław saß als Landesherr über die Lausitz zwar fest im Sattel, aber bereits sein Sohn Mieszko II. verspielte die meisten Errungenschaften seines Vaters und büßte auch die Hoheit über die Lausitz bereits im Jahr 1031 wieder ein“, berichtet Pollack. In der polnischen Erinnerungskultur blieben Bolesław und Bautzen dennoch ein Eckpunkt. „Bolesław erhielt in der polnischen Geschichtsschreibung nicht ohne Grund den Beinamen Chrobry – der Tapfere“, so Pollack. Dem polnischen Herzog war es gelungen, sich auf der politischen Landkarte Europas fest zu installieren, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass ihn der Papst zum König krönte. Bolelsław hatte dem mächtigen deutschen Kaiser die Stirn geboten und sich als „global Player“ der damals nicht ganz so globalen Welt etabliert. „Das spielt im Selbstbewusstsein der Polen, mit denen es die Geschichte bekanntlich nicht immer gut gemeint hat, eine wichtige Rolle. Wenn Sie heute nach Polen fahren, werden sie in nahezu jeder Stadt eine Bolesław-Straße finden. Oder denken Sie an das monumentale Grabdenkmal Bolesławs und seines Vaters Mieszko I. im Posener Dom“, sagt Pollack. Doch auch der deutsche Kaiser konnte mit dem, was in Bautzen verhandelt wurde, gut leben. Hatte Heinrich II. damit doch den Rücken frei, um sich ganz seinen Schlachten in Italien zuzuwenden.“

 

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„Rolle in der Rus bereits Vergangenheit. 1169 wurde die Stadt durch Andrej Bogoljubskij, den Fürsten von Wladimir und Susdal, erobert. Der Sieger nahm die Großfürstenwürde mit in seine Residenz Wladimir, die nach dem Muster Kiews zur Hauptstadt ausgebaut wurde. Während Ungarn dank der von Stephan I. eingerichteten Grafschaftsordnung und dank reichen Königsgutes Zersplitterung erspart blieb, war Polen unter Bolesławs Chrobrys Erben für Jahrzehnte kaum mehr als ein Protektorat des deutschen Reiches. Mähren fiel der böhmischen Krone zu. Auch unter den Piasten kam es zu Machtkämpfen. Sie steigerten sich zu archaischer Grausamkeit, selbst Blendung und Kastration zählten zum Repertoire der Kontrahenten. Der Adel gewann an Macht und formte sich zu einem eigenen Stand. Bis die «Polonia» wieder unter einer Krone vereint war, sollten noch fast zwei Jahrhunderte über Warthe und Weichsel hinweggehen.“

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