Mythos Glock: „Gelten als die berühmtesten der Welt“

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Die Pistolen des österreichischen Herstellers >>Glock<< gelten als die berühmtesten Waffen der Welt. Kaum eine andere Waffe hat es geschafft, sich medial derart zu vermarkten. Dabei kommen die technischen Besonderheiten der Pistolen kaum zur Sprache.

>>Welt<<

„Waffen sind in den Vereinigten Staaten viel mehr als nur ein Instrument der Vollstreckungsbehörden oder irgendein Handelsartikel. Sie sind in der Geschichte des Landes tief verwurzelt. Zu den Zeiten, in denen die Verfassung entworfen wurde, war der private Schusswaffenbesitz völlig üblich und Bestandteil der amerikanischen Identität. Es waren Bürgerwehren, die die starken Briten besiegt hatten, und am Anfang davon stand ein Schuss, der von einem Farmer aus Massachusetts abgefeuert worden war – und weltweit gehört wurde. Der Zweite Verfassungszusatz verankerte das Prinzip einer bewaffneten Bevölkerung. Die Waffentradition wurde gepflegt. Im 19. Jahrhundert sagte man im Westen des Landes: „Gott mag alle Menschen geschaffen haben, aber Sam Colt hat sie alle gleich gemacht.“ Aber wie kam es dazu, dass in dem Land, das weltweit am stärksten auf Waffen fixiert ist, der Name „Glock“ für Pistole steht?“

 

>>All4shooters.com<<

„Sie hat in mehr Action-Filmen mitgespielt als die gesamte „Expendables“-Darstellerriege. Und sie ist weltweit im Einsatz, bei Militär und Polizei sowie im Sport: Die Pistole von Glock. „Die“ Glock? Tatsächlich handelt es sich da nicht um eine, sondern eine ganze Familie von Pistolen. Die aber gelten als die berühmtesten der Welt. Eine kleine Anekdote zum Auftakt dieser Geschichte über Glock: Als Spezialist für militärische Neuheiten bei VISIER wusste es Dr. Jan-Phillipp Weisswange schon früh: Das Kommando Spezialkräfte der Marine beschafft derzeit eine besondere Variante der Neun-Para-Pistole Glock 17 Generation 4. Die Pistole mit Schlagbolzenschloss wird in der Bundeswehr als P9 A1 katalogisiert. Ein wesentlicher Hintergrund der Beschaffung sind die Vorteile des Schlagbolzenschlosses im maritimen Einsatzumfeld. So lässt sich die P9 A1 von Glock sogar unter Wasser zur Selbstverteidigung einsetzen.“

 

>>Fritz Ofner<<

„Die Glock-Pistole hat mit ihrer Erfindung in den frühen 1980er Jahren die Waffentechnik revolutioniert. Der wichtigste Unterschied zu allen vorhergehenden Waffenmodellen war, dass sie zum großen Teil aus Kunststoff gefertigt wird. Der zweite große Vorteil war, dass sie die erste CNC-gefertigte Waffe war, bei der verschiedene Bauteile ausgetauscht werden konnten. Beim Colt musste man beispielsweise einen eigenen Waffentechniker haben, der alle Teile anpasst. Dadurch war die Wartung sehr kompliziert. Die CNC-gefertigten Teile der Glock lassen sich problemlos austauschen. Außerdem besteht die Glock aus nur 60 Teilen, was viel weniger ist, als bei allen anderen Waffen jener Zeit. Auch dies macht sie wartungsärmer. Dann ist ihr großes Magazin ein Vorteil. Die Glock hat siebzehn Schuss, ein Colt nur sechs. Sie war leichter als jede bis dorthin gebaute Waffe. Als letzten Vorteil kann man anführen, sie hat keine Sicherung – also keinen eigenen Sicherungsknopf – und deswegen ist sie immer schussbereit. … Paul Barrett beschreibt ja den ersten Messebesuch von Glock in den USA, wo man mit 1000 Bestellungen gerechnet hat und es waren dann 50.000. Also die Waffe hatte schon einen plötzlichen und unerwarteten Erfolg. Ich wurde ja zwangsläufig zu einem Waffenexperten durch den Film und ich habe die konstruktionstechnischen Vorteile von vielen Seiten bestätigt bekommen. … Der Erfolg Glocks in der Populärkultur basiert auf zwei Stützen. Auf der einen Seite auf dem Hollywoodfilm, der die Waffe relativ früh eingesetzt hat. Neben „Stirb langsam“, dem ersten Auftritt der Waffe im populären Kino, gab es zahlreiche weitere, bei denen die Waffe Ende der 1980er/Anfang der 1990er hauptsächlich in die Hände von Bösewichten gegeben wurde. Glock hat dies damals – meinem Wissen nach – auch unterstützt. Die Waffe wurde nicht auf die Verwendung der „Guten“ beschränkt. Damit hat die Waffe sehr schnell eine große Popularität bekommen, indem viele Leute sie gesehen haben und sie auch kaufen wollten. Einer der ersten großen Auftritte war in „Menace II Society“, diesem Gangsterfilm, der in Los Angeles spielt. Das zweite, noch wichtigere, Element waren Hip-Hop und Gangsterrap, weil der Eintritt der Glock-Pistole auf dem amerikanischen Markt zusammentraf mit der Entstehung von Hip-Hop und Rap. Da trafen mehrere Dinge zusammen. Es war ein neues Modell und die Ästhetik hat der Gangsterrap-Ästhetik entsprochen. Die Waffe ist schwarz und sehr reduziert im Design – nichts für John Wayne also. Aber das Hauptargument war eindeutig der Name „Glock“, der sich eben sehr gut reimen lässt. Glock reimt sich auf lock, pop, drop, cock. Eine große Rolle hat hier Tupac gespielt, der diese Waffe sehr populär gemacht hat. Er hat immer wieder über diese Waffe gerappt. Es gibt ein sehr berühmtes Foto von ihm, wo er mit nacktem, tätowiertem Oberkörper dasteht und die Glock in seiner Hose stecken hat.“

 

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