Verödung: Warum kleine Läden immer mehr verschwinden

Screenshot vimeo.com

Die Innenstädte drohen ihrer Meinung nach zu veröden. „Die Infrastruktur verschlechtert sich“ sagen 54 Prozent der Deutschen über Deutschlands Großstädte. … Als Schuldigen machen die Deutschen laut der Umfrage, über die „Bild“ berichtet, die großen Handelsketten und Dienstleister aus. Sie würden die Angebotsvielfalt in den Großstädten beeinträchtigen, sagen immerhin 69 Prozent der Deutschen laut der Umfrage. 89 Prozent finden es „schade“, dass kleine Läden verdrängt werden.“ So eine kurze Analyse. Die Gründe hierfür kommen aber gewiss nicht von Himmel gefallen, sondern haben Ursachen.

>>Legal Tribune Online<<

„Groß-konzerne zahlen die wenigsten Steuern und umgehen die Gesetze, die für andere gelten – mit dem Segen der nationalen Behörden. … Ausgangspunkt des Dilemmas: Weltweit legt jeder Staat seine eigenen Steuern und Steuersätze selbst fest, die Steuerhoheit endet aber regelmäßig an der Staatsgrenze. Internationale Konzerne sind hingegen global tätig und erwirtschaften ihre Erträge nicht nur in einem Land.“

Allerdings ist das eigentliche Problem, hier leider etwas kurz umschrieben. Viele internationale Konzerne kombinieren trickreich Steuergesetzgebungen unterschiedlicher Länder und zahlen auf diese Weise kaum Steuern. Diese Steuersparmodelle haben Namen wie „Double Irish With a Dutch Sandwich“ und ähnliches. Allgemein ist diese Form des Unternehmertums ohnehin an keinen Staat der Welt gebunden. Die würden ihren Firmensitz auch in die Antarktis verlagern, sofern es ihnen irgendwelche Vorteile bringen würde. Gleichzeitig greifen diese Konzerne auch noch einen großen Teil der staatlichen Subventionen ab. Eigentlich sind diese Gelder dafür gedacht, auch kleine Unternehmen oder mittelständische Betriebe am Markt zu halten. Jedoch in der Realität: Es handelt sich bei diesem Direktzahlungen um einen großen Vierschiebebahnhof. Vereinfacht ausgedrückt: Kleine Unternehmen subventionieren über ihre gezahlten Steuern die großen internationalen Konzerne.

>>Alles-Lausitz.de<<

„Einzelhändler Daniel Polenk versteht die Welt nicht mehr. Nur weil seine beiden Werbeaufsteller in geringem Maße, wie er schildert, über die Außengrenze seines Ladengeschäftes ragten, soll er künftig ins eigene Portemonnaie greifen. Das städtische Ordnungsamt hat dem 42-Jährigen dies zumindest nahe gelegt. Pro Tag könnten so gemäß der Sondernutzungssatzung maximal fünf Euro fällig werden. Aufs Jahr gerechnet kommen bis zu 150 Euro zusammen. „Ich habe mich daraufhin mit verschiedenen Stadträten in Verbindung gesetzt, um recht schnell eine Lockerung der Sondernutzungsgebührenordnung zu erreichen“, sagt der Spreestädter. „Es gibt in dieser aus den frühen 90er Jahren stammenden Regelung Passagen, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind, da sich die Branche seitdem massiv gewandelt hat. Einzelhändlern und kleinen Geschäften fällt es immer schwerer, sich gegen große Handelsketten oder Internetversandhäuser zu behaupten. Und jede erhobene Gebühr, die auch gezahlt werden muss, setzt einen gewissen Umsatz voraus. Dem steht entgegen, dass viele Händler in Bautzen die weitere Entwicklung alles andere als rosig einschätzen.“

Es gibt gefühlt Zahllose Steuern, Gebühren, Abgaben und kostenintensive Auflagen mit dem kleinen Unternehmern das Leben schwer gemacht wird. Internationale Konglomerate hingegen, lassen sich die Gesetze durch Lobbyisten gleich passend schreiben. Die Folge: Kleine Läden und Händler müssen ihre Läden schließen und die verbliebenen Geschäfte gehören in der Regel zu großen Ketten, die vorzugsweise im Übersee ihre Firmenzentrale haben. Nicht nur die Innenstädte veröden auf diese Weise, sondern das Straßenbild gleicht sich überall an. Statt regionaler Vielfalt, machen sich überall die selben Ketten mit dem immer gleichen Firmenlogos breit.

 

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