Schußwaffen: “Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie”

Screenshot youtube.com

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie, ich hatte durchaus Grund zur Sorge.” sagte einst der ehemalige und langjährige Außenminister Hans-Dietrich Genscher und deshalb trug er stets eine Schusswaffe bei sich: “Ja, das hat mich beruhigt.” Das es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, stellte gleichwohl auch das Amtsgericht Göttingen fest.

>>Amtsgericht Göttingen – 18 C 41/17<<

“Denn den Beklagten war schon aufgrund der Vorkommnisse im Zusammenhang mit der/einer früheren Wohnung des Beklagten zu 2.) in Göttingen bekannt und bewusst, dass er – umgangssprachlich formuliert – als „Anziehungspunkt für linksgerichtete Gewalt“ angesehen wird, die mitunter ihm persönlich gegenüber ausgeübt/verübt wird, aber auch an Dingen, die ihm zugeordnet werden, wie etwa sein Fahrzeug oder auch die Immobilie, wo er wohnt. Dass dem Beklagten zu 2.) eben diese polarisierende Wirkung genau bekannt und bewusst ist, zeigt die von der Klägerseite mit Schriftsatz vom 16. März 2017 zitierte Internetpräsenz des Beklagten zu 2.) auf dessen Facebook-Account. Ohne dass damit auch nur ansatzweise eine inhaltliche politische Bewertung verbunden ist, ist damit jedenfalls offenkundig zum Ausdruck gekommen, dass dem Beklagten klar ist, dass er jetzt, aber auch künftig, als „Zielscheibe“ für Angriffe und Straftaten aus dem „Linken“ bzw. „antifaschistischen“ Spektrum anzusehen ist.”

 

>>Welt<<

“Nur wenige Kilometer entfernt von Villingendorf, wo der 40-jährige Kroate vergangene Woche drei Menschen erschossen haben soll: seinen sechs Jahre alten Sohn, den neuen Partner seiner Ex-Frau und dessen Cousine. Um 16.13 Uhr hatte das Polizeirevier in Rottweil den entscheidenden Hinweis über die Notrufnummer 110 bekommen. … Schon vor der Bluttat war der Kroate polizeibekannt – unter anderem wegen Körperverletzung. Er soll seine Ex-Frau bedroht haben. Die aus Lettland stammende Frau hat ihn vor der Tat mehrere Male angezeigt, das Amtsgericht Tuttlingen sprach daraufhin ein Annäherungsverbot aus. … In der Wohnung in Villingendorf habe darüber hinaus ein Beratungsgespräch mit der Frau und ihrem neuen Lebenspartner über die Möglichkeiten polizeilichen Schutzes stattgefunden, sagte Gerold Sigg vom Polizeipräsidium Tuttlingen während der Pressekonferenz. Vor dem Verbrechen waren die Beamten also über eine mögliche Bedrohung informiert.”

Der Kanon der Rechtsprechung ist keineswegs einheitlich: Auf der einen Seite wird – sinngemäß – gesagt: Deutschland sei ein Rechtsstaat und für die Sicherheit ist die Polizei zuständig – selbst dann, wenn eine konkrete Bedrohungslage vorliegt. Auf der anderen Seite können Mietverträge problemlos gekündigt werden, sofern ein entsprechender problematischer Hintergrund vorliegt. Immerhin liefert das Amtsgericht Göttingen indirekt einen “amtlichen” Erkenntnisgewinn: Die Polizei kann nur eingeschränkt für Sicherheit sorgen.

>>Focus<<

“Auch zum Tathergang gibt es mehr Informationen. Der Schütze hatte am Sonntagvormittag gegen 11.20 Uhr (Ortszeit) vor der Baptistenkirche im Dorf Sutherland Springs die ersten Schüsse abgegeben und war dann in die Kirche eingedrungen, wie der Behördenvertreter Freeman Martin sagte. Dort habe er mit einem Sturmgewehr vom Typ “Ruger AR” auf die Gläubigen geschossen. Als der Täter die Kirche verließ, wurde er den Angaben zufolge von einem Anwohner mit einem Gewehr bedroht. Der junge Mann ließ daraufhin seine Waffe fallen und flüchtete. Der Anwohner habe ihn aber verfolgt, sagte Martin. Polizisten fanden ihn später tot in seinem Wagen. Ob er sich selbst das Leben nahm oder von dem Verfolger erschossen wurde, blieb zunächst offen. … 26 Menschen wurden von den Schüssen getötet, sagte Greg Abbott, Gouverneur von Texas in einer Pressekonferenz. Etwa 20 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte der Gouverneur des US-Bundesstaates, Greg Abbott, am Sonntag (Ortszeit) vor Journalisten mit.”

Bei den Anschlägen in Norwegen am 22. Juli 2011 auf der kleinen Insel Utøya tötete der Attentäter Anders Behring Breivik sogar 69 – vollkommen wehrlose – Menschen. Das bedeutet: Hätten sich die Angegriffenen in Sutherland Springs nicht mit eignen legalen Schusswaffen zu Wehr setzen können, dann hätte es durchaus mehr Tote und Verletzte geben können.

 

 

 

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