Hartz IV: „Aus Abfallcontainern ernährt haben vor lauter Hunger sogar Blätter gegessen“

Screenshot votum24.votum1.de

Das Hartz-IV-System präsentiert sich gern nach außen: Als moderne Dienstleistung am Bürger. Hinter der dünnen Fassade tun sich finstere Abgründe auf. Eines der Hauptprobleme von Hartz IV: Das behördliche System hat nicht viel mit der Lebenswirklichkeit gemein.

Hartz IV: Unvorhergesehene Notsituationen sind nicht vorgesehen

>>Lokalkompass.de<<

„Wann die Geldbörse abhandengekommen ist, konnte sie nicht sagen. Irgendwann zwischen 11:50 Uhr und 15:00 Uhr. Beim Einsteigen in den Bus hatte sie ihre Fahrkarte noch hervorgeholt. Beim Wechsel in die Anschlusslinie nicht mehr. … Der Verlust ist für die alleinerziehende Frau eine Katastrophe. Fast die gesamte monatliche Regelleistung für einen Monat. Finanzielle Reserven gibt es keine, aber dringende Bedarfe. Medikamente werden benötigt, Schulbeiträge müssen entrichtet werden und auch Fahrkarten für die Kinder sind fällig.“

Diebstähle, Einbrüche, Sachbeschädigungen existieren nicht in der Hartz-IV-Welt

In der Hartz-IV-Welt sind Dinge, wie der Verlust oder Diebstahl einer Geldbörse nicht vorgesehen. Besonders Frauen neigen dazu, sich erstmal selbst die Schuld zu geben. Das dichte Gedränge des Öffentlichen-Nahverkehrs, ist ein Eldorado für geübte Taschendiebe: Die Aufklärungsquote der Polizei in solchen Fällen, ist hierbei kaum der Rede wert. Schlussendlich: Die reale Lebenswirklichkeit hat nicht viel mit der abstrakten Behördenwelt von Hartz IV gemein. Besonders interessant: Wie mit solchen Dingen von „Amtswegen“ umgegangen wird.

Darlehensantrag beim Amt: „Das reichte nicht: betteln soll sie!“

>>Lokalkompass.de<<

“ … die Notfallsprechstunde des Jobcenter Märkischer Kreis auf, um ein Darlehen über 200,00 € zu erbitten. Das reichte nicht: betteln soll sie! „Sie schon wieder.“ Die Jobcenter-Mitarbeiterin versucht die Frau abzuweisen. Sie geht nicht. Sie muss ihre Familie versorgen. Der Sachgebietsleiter wird hinzugerufen. Er möchte die Frau mit Lebensmittelgutscheinen abspeisen. „Ulli, kommst Du mal dazu.“ Sie hatte mich auf dem Flur gesehen. … Lebensmittelgutscheine – aber auf welcher Rechtsgrundlage? Alkohol, nein! Drogen, nein! Unwirtschaftliches Verhalten, nein! „Unwirtschaftliches Verhalten!“ Basta. Ich war irritiert. Die Frau trug vor, dass ihr Portemonnaie weggekommen sei, und gab sich die Schuld dafür.“

Hartz IV: Bürger als rechtlose Bittsteller behandelt

Die Notsituation hätte genauso gut ein Einbruch Zuhause sein können oder irgendeine andere: Nicht gerade alltägliche Lebenssituationen. Obwohl die Frau eine Familie zu versorgen hat, wird sie einfach rüde von Hartz-IV-Amt abgewimmelt: Bürger werden kurzerhand, wie rechtlose Bittsteller behandelt. Das Ungleichgewicht zwischen Sachbearbeiter und Bürger tritt hier offen zutage: Das entsprechende Verhalten legen die Behörden – ungefiltert – auch an den Tag. Kurz um: Hartz IV Empfänger müssen sich sanktionieren und schikanieren lassen – Jedoch anders herum, herrscht nahezu absolute Narrenfreiheit. Wie fern der Realität die Hartz-IV-Welt ist, zeigen immer wieder recht anschauliche Einzelfälle.

Ungleichgewicht zwischen Sachbearbeiter und Bürger

>>Mitteldeutsche Zeitung<<

„So schien ihm seine Situation in einem Discounter in Köthen ausweglos und er steckte Einkäufe im Wert von 34,12 Euro kurzerhand in einen Stoffbeutel und unter seine Jacke – er wollte den Supermarkt verlassen, ohne die Waren zu bezahlen. Doch er wurde erwischt. Wie auch schon einen Monat zuvor. Und auch im September klaut der Arbeitslose wieder in einem Supermarkt – Waren im Wert von gerade einmal fünf Euro. … Am Mittwoch sitzt der Mann vor dem Amtsgericht in Köthen und muss sich für seine Taten verantworten. „Ich habe Geldnot und Hunger gehabt“, erklärt er vor Gericht. … „Die Lebensmittel waren auch für meine Kinder gedacht, … „

Wegen Hunger stehlen: Lebensmittel im Gegenwert von ein paar Euro

>>Dirk Feiertag<<

„Die haben sich dann aus Abfallcontainern ernährt, haben vor lauter Hunger sogar Blätter gegessen. Das Elend ist wirklich unbeschreiblich. … Ich hatte einmal eine Mandantin, eine junge Frau. Obwohl sie schwanger war, hat sie das Amt vollständig sanktioniert. Sie ist dann dadurch auch in diesem Zustand obdachlos geworden, hat dabei natürlich alles verloren, also die Möbel, die Erstausstattung.“

Der Tod eines Ungeborenen Lebens wird billigend in Kauf genommen

Aus Hunger Lebensmittel stehlen: Die einen Gegenwert von nur wenigen Euro haben. Oder: Blätter oder Müll essen, um irgendwie zu überleben. Nicht einmal vor Schwangeren wird Halt gemacht: Damit der Tod eines Ungeborenen Lebens billigend in Kauf genommen.

 

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