Lausitz: Kohleausstieg und Wirtschaftskrise – Wenn 25.000 Arbeitsplätzen wegfallen

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Mit durchschaubaren Zahlentricks und sich selbst widersprechenden Verlautbarungen versucht der staatliche Rundfunk die miserable wirtschaftliche Lage zu beschönigen. Zum angedachten Kohleausstieg gesellt sich eine fundamentale Wirtschaftskrise hinzu. Schon im Jahr 2016 haben Insider von 25.000 wegfallenden Arbeitsplätzen – allein für die Lausitz – gesprochen.

Lausitz: Mindestens 25.000 Arbeitsplätzen stehen auf der Kippe

Statt mit harter Regierungskritik wird der widersprüchliche Regierungskurs vom staatlichen Rundfunk weiter gestützt. Und wenn zu viele Kritik an der Berichterstattung zu erwarten sein sollte: Dann wird die Kommentarfunktion kurzerhand abgeschaltet. Die wirtschaftliche Berichterstattung ist dabei im Feld von Halbwahrheiten und plumpen Lügen zu finden.

„Deutschland gehört zu den führenden Exportnationen der Welt“ – In Wahrheit ist der Export ungefähr Eindrittel gesunken

>>Staatsfunk „ARD“ <<

„Wie Deutschland zur Exportnation wurde – Deutschland gehört zu den führenden Exportnationen der Welt. Ohne die Hilfe der westlichen Alliierten wäre das nicht möglich gewesen. Und auch die Globalisierung brachte die deutsche Exportindustrie voran.“

„Wie Deutschland zur Exportnation wurde – Ohne die Hilfe der westlichen Alliierten wäre das nicht möglich gewesen“ – Industrialisierung fand bereits im 19. Jahrhundert statt

Die Aussage stellt bestenfalls die halbe Wahrheit dar. Zwar mögen die Alliierten einen gewissen Anteil am Wiederaufbau geleistet haben: Aber lange vor dem Zweiten Weltkrieg hatte in Deutschland eine Industrialisierung stattgefunden. Und was der staatliche Rundfunk komplett verschweigt: Der Weltmarktanteil des deutschen Exportes lag im Jahre 1990 bei ungefähr 12 Prozent und ist seit jenen Zeitpunkt kontinuierlich auf etwa 8 Prozent im Jahre 2015 gesunken: Diese Zahlen hat das Statistisches Bundesamt selbst herausgebracht. Also in jenen besagten „Wirtschaftswunder-Zeitraum“ ist der Export tatsächlich um ungefähr Eindrittel gesunken.

Export: Warum immer weniger Dienstleistungen und Produkte im Ausland nachgefragt werden

Zu allen Überfluss: Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist dabei vollkommen unberücksichtigt geblieben. Kurzum: Immer weniger Dienstleistungen und Produkte werden im Ausland nachgefragt. Die schwindende-wirtschaftliche Substanz hat natürlich auch beim täglichen Einkauf ihre Spuren hinterlassen: Immer weniger Produkte kommen noch aus heimischer Produktion heraus und im IT-Bereich muss man schon ganz gezielt auf Suche gehen. Die katastrophale Entwicklung hat mit vielen politisch-fundamentalen Fehlentscheidungen zu tun: Der angedachte Kohleausstieg stellt genau so eine Fehlentscheidung dar. Aber immerhin hat der staatliche Rundfunk hierzu seine eigene Logik entwickelt. – Stichwort: „Den Verlust als Chance verstehen

„Den Verlust als Chance verstehen“ – Das muss niemand wirklich verstehen

>>Staatsfunk „Mitteldeutsche Rundfunk“ <<

„Den Verlust als Chance verstehen – Mit einem neuen Selbstbild der Lausitz könne es funktionieren, dass „eine Region, die sich geschichtlich als eine Braunkohleregion sieht, in Zukunft auch sagt: ich bin was anderes.“ Gleichwohl gibt er zu bedenken, dass viele Sorben dem Strukturwandel mit Skepsis und Angst entgegen blicken. Oftmals sei es so, dass die Menschen eher den Verlust wahrnehmen würden als die Chancen, die sich daraus entwickeln können.“

„Menschen eher den Verlust wahrnehmen würden als die Chancen“ – Welche Chancen sollen gemeint sein?

Den Verlust als Chance verstehen“ – Diese doch seltsame Aussage ist offensichtlich ernst gemeint. Zwar wird nebulös etwas von Chance geredet, aber auch nicht genau erklärt: Was damit überhaupt gemeint sei? Außerdem im Jahre 2016 klang das Alles noch irgendwie ganz anders.

„Tausende Jobs in der Lausitz stehen in den kommenden 20 Jahren zur Disposition“

>>Staatsfunk „Mitteldeutsche Rundfunk“ <<

„Tausende Jobs in der Lausitz stehen in den kommenden 20 Jahren zur Disposition. Insider sprechen von rund 25.000 Ersatzarbeitsplätzen, die durch den Wegfall von Kohle- und Waggonbaujobs notwendig werden. … Es komme viel mehr darauf an, die Region mit ihren 1,1 Millionen Einwohnern für internationale Investoren interessant zu machen.“

„Insider sprechen von rund 25.000 Ersatzarbeitsplätzen – Die durch den Wegfall von Kohle- und Waggonbaujobs notwendig werden“

Wie schnell die gemachten Aussagen sich doch ändern können: Heutzutage will niemand mehr etwas von „25.000 Ersatzarbeitsplätzenwissen und die Suche nach internationale Investoren wurde faktisch komplett eingestellt. Denn Abseits der merkwürdigen Welt von politischen Verlautbarungen und amtlichen Bekanntmachungen des staatlichen Rundfunks, da sieht die reale Wirklichkeit doch ganz anders aus: Die Entlassungswelle rollt unaufhörlich weiter und die zahlreichen Firmenschließungen spiegeln ein reales Bild der Lage wider.

Abgewickelt: Ehemalige Zuckerfabrik im Mühlberger

>>Niederlausitz Aktuell<<

„Die Zuckerfabrik im Mühlberger Ortsteil Brottewitz (Landkreis Elbe-Elster) soll nach dem Willen des Eigentümers Südzucker AG geschlossen werden.“

„Schokoladenwerk Kathleen macht zu“

>>Sächsisch.de<<

„Schokoladenwerk Kathleen macht zu – „Viele von uns hatten es schon geahnt“, – Wirklich überrascht war man deshalb nicht.“

„Werk in Krieschow bei Cottbus zu schließen“

>>Main-Spitze<<

„Zurzeit drängten Anbieter aus Osteuropa aggressiv auf den Markt, heißt es von Intersnack. Dies sei ein Grund, warum man sich entschlossen habe, das Werk in Krieschow bei Cottbus zu schließen.“

Die Wirtschaftskrise sorgt für eine Pleitewelle

Doch dabei dürften diese Firmenschließungen nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

„Wenn rund 13.000 „Zombie-Unternehmen“ umkippen“

>>RiskNET<<

„Wenn rund 13.000 „Zombie-Unternehmen“ umkippen … nach Einschätzung des weltweit führenden Kreditversicherers Euler Hermes zu einer tiefen Rezession bei Welthandel und Weltwirtschaft führen – und in der Folge zu einer weltweiten Insolvenzwelle.“

„Tiefen Rezession bei Welthandel und Weltwirtschaft“

Allerdings werden diese „Zombie-Unternehmen“ zwangsläufig auch völlig gesunde Unternehmen mit in den Abgrund reißen. Zudem sind die allermeisten Menschen nicht in DAX-Unternehmen oder anderen weltweit-operierenden Konzernen beschäftigt, sondern sie sind in kleinen oder mittelständischen Unternehmen anzutreffen.

Der Kohleausstieg kostet die Lausitz 1,3 Milliarden Euro pro Jahr an Kaufkraft

Doch bei der hohen Politik ist nur ihre Augenmerk auf die großen Firmen gerichtet: Das scheint nicht nur bei Rettungsaktionen von „systemrelevanten Unternehmen“ – sondern auch beim Kohleausstieg durch: Die rund direkt beschäftigten Leag-Mitarbeiter haben noch politisches Gewicht, aber die beinahe schon zahllosen Zulieferfirmen fallen einfach unterm Tisch. – Und die indirekten Arbeitsplätze – wie eine Bäckerei – die von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr an Kaufkraft profitieren, über deren Schicksal will niemand ein Sterbenswörtchen verlieren.

 

–W E R Β U Ν G–

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