Naturschutz als Totschlagargument: Die ungehemmte Verbotskultur beim Berzdorfer See

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Lausitz & Görlitz– Der Berzdorfer See bei Görlitz kein Naherholungsgebiet, sondern in naher Zukunft ein Naturschutz-Sperrgebiet? Nach Willen einige selbsternannte Naturschütze soll es genau dort – in vielen kleinen Schritten – hingehen. Dabei kann gerade der faktische „Haussee“ – nur wenige Kilometer von Görlitz – für viele Menschen eine naturnahe Erholung bieten.

Berzdorfer See bei Görlitz: „960 ha glitzernde Wasserfläche, Sandstrände und das satte Grün“

>>Stadt Görlitz<<

„Nur wenige Minuten von den Prachtbauten der historischen Altstadt eröffnet sich mit dem Berzdorfer See ein echtes Naturparadies: 960 ha glitzernde Wasserfläche, Sandstrände und das satte Grün der 420 m hohen Landeskrone, dem Görlitzer Hausberg. Mit traumhaften Aussichten auf die umliegenden Gebirge finden Urlauber hier zu jeder Jahreszeit Entspannung und eine perfekte Ergänzung zum Stadtbummel.“

„Der Berzdorfer See mit dem Hafen Görlitz liegt im Süden der Stadt Görlitz“

>>Hafen Görlitz<<

„Der Berzdorfer See mit dem Hafen Görlitz liegt im Süden der Stadt Görlitz, etwa elf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt (mit dem Auto etwa 15 min Fahrtzeit).“

Berzdorfer See: „Etwa elf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt“

Der Berzdorfer See ist aber nicht nur ein Naherholungsgebiet, sondern die behördliche Regelungswut hat sich hier so richtig ausgetobt. Etwa im Jahre 2015 hat der ehemalige Tagebau seinen heutigen Pegel erreicht und viele touristische Nutzungsmöglichkeiten sollen dauerhaft verboten bleiben.

„Berzdorfer See: Baden und Segeln amtlich erlaubt“

>>Görlitz Anzeiger<<

„Berzdorfer See: Baden und Segeln amtlich erlaubt – Doch alles hat seine Richtigkeit, die wichtigen Voraussetzungen für eine geordnete Nutzung der Wasserfläche sind geschaffen, … Verboten ist das Kitesurfen. Trotz Bemühungen der Stadtverwaltung Görlitz bei der LMBV und der Unteren Wasserbehörde ist keine Lösung gefunden worden.“

„Voraussetzungen für eine geordnete Nutzung der Wasserfläche“

Formal wurde das Kitesurfen zum Schutz von Vögeln und eher weit entfernten Oberleitungen verboten. Die Argumentation mutet ein bisschen weltfremd an, da der nächste Windpark nicht weit entfernt ist und dort der Vogelschutz offenkundig nur eine untergeordnete Rolle spielt. Grundsätzlich wird ein Kitesurfen schon selbstverantwortlich handeln können, aber solche Gedankengänge muten in der heutigen Zeit schon recht verwegen an. Aber die Verbotsorgie hat erst so richtig Fahrt aufgenommen: Auch Verbrennungsmotoren sollen bald Geschichte sein: Nur noch Elektroboote sollen fahren dürfen.

Berzdorfer See: „Verboten ist das Kitesurfen“

>>Sächsisch.de<<

„So soll diese Schiffbarkeitserklärung festlegen, ob künftig auch Motorboote auf dem See fahren dürfen. Während Hafenbetreiber Kommwohnen sich immer dafür aussprach, plädierte der Autor der Leitidee für den See, Johann-Friedrich Engel, für einen „stillen See“. Elektro- statt Verbrennungsmotoren seien für ihn, bekräftigte er jüngst gegenüber der SZ, das einzig Vorstellbare. … All das muss mit dem Naturschutz vereinbar sein. Angesichts der vielen Vogelarten, darunter sehr seltenen, die sich am Berzdorfer See angesiedelt haben, gewinnt der Naturschutz an Bedeutung.“

Naturschutz als Totschlagargument: Verbot von Verbrennungsmotoren?

Der „Naturschutz“ hat nicht nur an Bedeutung gewonnen, sondern wird ganz praktisch als Totschlagargument genutzt. Wie sollen Verbrennungsmotoren überhaupt den Naturschutz beeinträchtigen? Augenscheinlich dreht sich die Debatte mehr um persönliche Geltungssucht von einzelnen Personen herum. Schließlich würde ein Verbot von Verbrennungsmotoren sogar viele Segelboote treffen, da diese Aggregate für die Sicherheit unverzichtbar seien. Zu allen Überfluss: Einmal erlassene Verbote werden fast nie zurückgenommen. Am Ende bliebe ein Naturschutz-Sperrgebiet und kein Naherholungsgebiet übrig.