Warum wir mehr kommunizieren, als uns bewusst ist

Screenshot lostpic.net Screenshot lostpic.net

Was wir können – und was nicht:

Der Mensch ist bekanntermaßen ein soziales Wesen – ein Zoon Politikon, wie Aristoteles es ausdrückt. Daher überrascht es nicht, dass wir die Gesellschaft zu unserem Wohlbefinden brauchen und mit ihr interagieren. Wer allerdings glaubt, dass dies ein völlig freiwilliger Akt ist, der irrt, denn wir kommunizieren nicht nur dann, wenn wir es wünschen, sondern im Grunde immer.

Genauer gesagt können wir nicht nicht kommunizieren, denn neben verbalen Signalen senden wir kontinuierlich auch nonverbale und paraverbale Signale. Wie dem Begriff zu entnehmen ist, geht es bei der verbalen Kommunikation um Sprache. Wenn wir von Sprache sprechen, denken wir zuerst an den Inhalt des Gesagten, allerdings ist dies nur ein Teil dessen, denn daneben spielt auch die Intonation, die Sprechgeschwindigkeit oder die Stimmlage (die sogenannte paraverbale Kommunikation) eine ganz entscheidende Rolle. Das mag vorerst banal erscheinen, allerdings haben diverse Studien ergeben, dass bei der Kommunikation rund 50% auf den nonverbalen Teil und nochmal 40% auf den paraverbalen Teil entfallen. Damit verbleiben nur erstaunliche 10% für den tatsächlichen Inhalt des Gesprächs – eine gute Information für alle, die sich zu oft darum sorgen, was sie in einem Gespräch sagen sollen, denn das fällt letztlich gar nicht so sehr ins Gewicht.

Die Natur der Kommunikation:

Allen Arten der Kommunikation ist indes gleich, dass es immer sowohl Sender als auch Empfänger einer Botschaft gibt, dabei sind die Rollen nicht festgelegt, sondern jeder Gesprächsteilnehmer hat je nach betrachteter Botschaft, oder auch „Transaktion“, die eine oder andere Position inne. Die Transaktionsanalyse bezeichnet dabei ein in der Kommunikationswissenschaft geläufiges Modell, um solche kommunikativen Interaktionen (welche aus solchen Signal-Transaktionen bestehen), zu analysieren und dadurch Rückschlüsse auf sich selbst, den Gegenüber und das menschliche Miteinander zu ermöglichen.

Abgesehen von den verbalen Transaktionen gehören zu den nonverbalen Transaktionen besonders die Mimik (die Art, in der wir unsere Gesichtsausdrücke bewusst oder unbewusst gebrauchen) und die Gestik (also unsere Körpersprache). Während wir zum Beispiel in einer unangenehmen Gesprächsrunde unseren Unmut durch Schweigen verbergen können, wird es doch ausgesprochen schwierig sein, unsere Körpersprache dahingehend zu kontrollieren. Etwa werden wir uns dabei ertappen, wie wir die Arme vor dem Körper verschränken, die Beine unter dem Stuhl kreuzen und an uns ziehen oder bei unliebsamen Kommentaren unsere Lippen zumindest für einen kurzen Moment zusammenpressen, was zusammen mit Anspannung der unteren Augenlider unseren Ärger verrät.

Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass dies keinesfalls als schlecht gewertet werden sollte. Es gibt durchaus gute Gründe, warum wir seit unserer Geburt kontinuierlich auch nonverbal kommunizieren. Der augenscheinlichste Grund dabei ist, dass wir das gar nicht immer verbal kommunizieren können. So wird jede Mutter oder Vater bestätigen können, dass Babys auch ohne Sprache zu kommunizieren wissen. Auch war es in unserer Evolution unabdingbar, dass wir erkannten, wann sich ein Freund schlecht fühlte oder ein Fremder uns schaden wollte, denn dies sicherte das eigene Überleben oder das eines Gruppenmitglieds.

Fazit:

Ausgehend von diesen Erkenntnissen sollten Sie von nun an öfter auf die Körpersprache Ihres Gegenübers achten, denn da diese schwerer zu kontrollieren ist, wird Sie Ihnen viel Aufschluss über die Intentionen und Wohlwollen ihres Gesprächspartners liefern.

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up