Evangelische Brüder-Unität: Die Herrnhuter Brüdergemeine

Screenshot herrnhuter-sterne.de

Die Evangelische Brüder-Unität gehört seit Jahrhunderten zur Lausitz. Im Zuge der Gegenreformation im 18. Jahrhundert flohen Mitgliedern der ehemaligen Kirche der Böhmischen Brüder (Brüderunität) in die Lausitz und fanden dort eine neue Heimat. Der Herrnhuter Stern dürfte ihr bekanntestes Symbol sein.

>>Evangelische Brüder-Unität<<

„Die Brüder-Unität ist eine selbstständige ökumenisch offene Kirche. Sie ist weltweit in 29 Provinzen gegliedert. In Europa gibt es drei Provinzen – Großbritannien, Tschechien und Kontinentaleuropa (Deutschland, Niederlande, Schweiz, Dänemark, Schweden, Estland, Lettland und Albanien) – mit zusammen etwa 22.800 Mitgliedern. Die Brüder-Unität entstand Mitte des 15. Jahrhunderts aus der böhmischen Reformation heraus. Anfang des 18. Jahrhunderts kam es in Herrnhut (Oberlausitz) zur Neugründung unter Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. Bis heute gehören viele ihrer Mitglieder zugleich auch der evangelischen Kirche an. Die Brüder-Unität hat kein eigenes Bekenntnis. Sie bekennt mit den anderen Kirchen Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland. Die Brüder-Unität legt einen besonderen Akzent auf ihr Gemeindeleben. Die Mitglieder kennen sich persönlich und versuchen sich in allen Lebenslagen gegenseitig zu stützen. Die internationale Ausstrahlung in fünf Kontinenten macht die Brüder-Unität für viele attraktiv und erweitert ihren Horizont. Bekannt ist die Brüder-Unität unter anderem für die Herausgabe der Losungen, einem seit 1731 in ununterbrochener Folge erscheinenden Andachtsbuches, das für jeden Tag des Jahres zwei Bibeltexte und einen Liedvers oder ein Gebet enthält.“

 

>>Gemeinde Bad Boll<<

„Die Evangelische Brüder-Unität nimmt Verantwortung in der Gesellschaft wahr. Sie unterhält Tagungshäuser, Kindergärten, Schulen, Altenpflegeheime, ein Krankenhaus sowie eine Förderschule mit Wohnheimen. Auch mehrere Produktions- und Dienstleistungsunternehmen (u. a. Herrnhuter Advents- und Weihnachtsstern) werden von ihr getragen.“

 

>>Stadt Forst (Lausitz) <<

„Die Herrnhuter Brüdergemeine gehört mit den Landeskirchen zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie hat sich aus Mitgliedern der ehemaligen Kirche der Böhmischen Brüder (Brüderunität), die mit den Namen Jan Hus und Johann Amos Comenius verbunden ist, gebildet. Im Zuge der Gegenreformation siedelten sie sich ab 1722 in der Oberlausitz an. Auf den Besitzungen des Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf erbauten sie für ihre Glaubens- und Lebensgemeinschaft den Ort Herrnhut, zwischen Löbau und Zittau gelegen. Es folgten die Ortsgründungen Niesky, Kleinwelka, Gnadenberg u.a. in unserer Region.“

 

>>Oberlausitz<<

„1722: An der Straße zwischen Löbau und Zittau wird der erste Baum für eine neue Ansiedlung gefällt (Heute erinnert an dieser Stelle ein Gedenkstein an die Ortsgründung.). Sie entsteht auf dem Landgut des vom Pietismus geprägten Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760). „Unter die Hut des Herrn“ begeben sich vor allem mährisch-böhmische Glaubensflüchtlinge, die am neuen Ort Glauben und Alltagsleben miteinander teilen. 1727: Die Erneuerte Brüder-Unität wird gegründet. 1732: Die geistliche Gemeinschaft beginnt ihre weltweite Missionstätigkeit. Seither hat die Brüdergemeine den Ort und die Region international bekannt gemacht. Die evangelische Freikirche ist heute in 30 Ländern auf fünf Kontinenten vertreten. Die „Losungen“ (Bibelworte für jeden Tag) aus Herrnhut werden in einer Millionenauflage in 50 Sprachen gedruckt. Der rund 180 Jahre alte Herrnhuter Stern erleuchtet im Advent Tausende Wohnungen, Kirchen, Plätze und Straßen weit über die Stadt hinaus. Einzigartig ist auch der Gottesacker der Brüdergemeine, ein 1730 angelegter Friedhof mit 6.000 gleichartigen Grabsteinen und dem Altan (Aussichtsturm) von 1790. Das Völkerkundemuseum mit Sammelstücken der Missionare, das Heimatmuseum und die Gebäude im schlichten Herrnhuter Barock wie der Große Kirchensaal gehören zu weiteren Anziehungspunkten des unweit von Zittau im Oberlausitzer Berglandes gelegenen Ortes. Ein „Zinzendorf-Lehrpfad“, ein Skulpturenpfad „Weg des Glaubens“ und die „Unitätsausstellung“ helfen bei der historischen Spurensuche.“

 

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