Indonesien: Vier Christen getötet

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Hintergründe der Tat unklar / örtliche Christen stehen unter Schock

Am Morgen des 11. Mai wurden vier Männer aus dem Dorf Kalimago/Zentral-Sulawesi auf der Insel Sulawesi von islamischen Extremisten enthauptet. Hinter der Tat stehen vermutlich Mitglieder der islamistischen Gruppierung Ostindonesische Mudschahedin (MIT).

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Von Open Doors

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Erst Ende November 2020 waren in derselben Provinz bereits vier Christen bei einem Überfall auf das Dorf Lemban Tongoa ermordet worden.

Angreifer für Soldaten gehalten

Der Vorfall ereignete sich gegen 7:30 Uhr. Ein Polizeisprecher berichtete gegenüber lokalen Medien, dass ein Zeuge auf dem Weg zu seinem Feld gewesen sei, als fünf Personen sich ihm genähert hätten. Er habe einen der Unbekannten anhand von öffentlichen Fahndungsplakaten als MIT-Mitglied erkannt. Daraufhin habe er die Flucht ergriffen, um die Leute in seinem Dorf zu warnen. Auf dem Heimweg habe er zwei seiner Freunde getroffen und sie aufgefordert, wegzulaufen. Die beiden hätten sich jedoch geweigert, weil sie überzeugt gewesen seien, die unbekannten Männer seien Soldaten. Später wurden sie getötet aufgefunden.

Insgesamt wurden vier Männer getötet. Drei von ihnen waren Mitglieder protestantischer Kirchen, während das letzte Opfer eine katholische Kirche in der Gegend besuchte. Die Opfer waren zwischen 42 und 61 Jahre alt.

„Die Menschen sind immer noch traumatisiert“

Die Tat ereignete sich sechs Monate nach den Morden an vier Christen in Lemban Tongoa (27. November), erst vor zwei Monaten wurde ein Bombenanschlag auf eine Kirche in Makassar verübt (28. März). Ari Hartono*, ein lokaler Partner von Open Doors, betont, die Morde seien ein Schock für die Christen in Zentral-Sulawesi, die noch unter dem Eindruck der Anschläge vom November stünden: „Die Menschen in Zentral-Sulawesi sind immer noch traumatisiert von dem Terroranschlag in Lemban Tongoa im vergangenen November und haben sich noch nicht davon erholt. Sie brauchen jetzt unsere Gebete.“ Über die Hintergründe der Tat sagte er: „Wir sind nicht sicher, ob der Angriff religiös motiviert ist, obwohl die Opfer gläubig sind. Es könnte eine Art Verzweiflungstat sein. Nach dem Vorfall in Lemban Tongoa wurden die Terroristen in Zentral-Sulawesi zunehmend von der Polizei und der Armee unter Druck gesetzt. Ihre Logistik ist überfordert. Ihre einzige Möglichkeit zu überleben ist, den Menschen die Lebensmittel zu rauben. In dieser Gegend gibt es viele Bauern, die weit entfernt vom Dorf im Wald leben, und sie waren das Ziel der Terroristen.“

Als die Nachricht von den Morden die lokalen Partner von Open Doors erreichte, versuchten sie, die Gemeinde zu kontaktieren. Ähnlich wie bei den Morden in Lemban Tongoa wollten sie ihnen in ihrer Zeit der Trauer beistehen und wenn möglich Hilfe leisten. Dies erweist sich jedoch als schwierig, da aufgrund der Pandemie starke Reisebeschränkungen herrschen und das Dorf sehr abgelegen liegt. „Der Ort ist noch schwerer zu erreichen als Lemban Tongoa. Die Opfer mussten mit dem Hubschrauber abgeholt werden, und es gibt dort kein Telefonsignal“, sagt Novi Darmawan*, eine lokale Partnerin von Open Doors.

In der Zwischenzeit bittet Ari Hartono um Gebet: „Beten Sie für die Gemeindeleiter im Dorf, beten Sie für die Familien der Opfer und beten Sie auch für die Polizei und die Armee. Hoffentlich können sie alle Menschen in diesem Dorf schützen. Beten Sie auch, dass wir mit den Familien der Opfer in Verbindung treten können.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2021 steht Indonesien an 47. Stelle der Länder, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

 

–W E R Β U Ν G–

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