Gold: Die alchimistische Forschung in der Neuzeit

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Der Traum aus weitestgehend wertlosen Material, wie Blei oder Quecksilber Gold zu machen elektrisiert schon seit Jahrtausenden die Menschheit. Jedoch meist ist es bei beflügelnden Gedankengängen geblieben. Aber die Technik schreitet voran und der vermeintliche Traum rückt damit in greifbare Nähe.

>>Spiegel<<

“Wenn Johann Friedrich Böttger nicht so ein Großmaul gewesen wäre, hätte sich wohl kaum jemand für ihn interessiert. August der Starke, Kurfürst von Sachsen, hat vielleicht nicht geglaubt, dass der Apothekergehilfe Gold herstellen kann, ließ ihn 1701 aber sicherheitshalber in Gewahrsam nehmen. Und so musste Böttger in königlichem Auftrag alchimistischen Studien nachgehen. Mit dem Gold wurde es nichts, doch 1708 erfand er eine sächsische Variante der Porzellan-Herstellung. Dem “weißen Gold” begegnen Besucher Sachsens noch heute vielerorts.”

 

>>Institut Dr. Flad<<

“Vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Not bestand die Hoffnung aus billigeren Materialien Gold herzustellen. Mit der Zeit entwickelte sich in der Antike die Idee vom Stein der Weisen (Lapis philosophorum). Darunter stellten die Alchemisten sich ein Agens vor, welches bereits in sehr kleinen Mengen hinzugegeben die Transmutation eines unedlen Metalls bewirken sollte. Der Stein wurde als roter, schmelzbarer, feuerbeständiger Körper oder Pulver mit hoher Dichte beschrieben. Dieser rote Stein der Weisen sollte zur Transmutation von unedlen Stoffen in Gold dienen. Es wurde im 13. Jahrhundert auch noch eine zweite Form beschrieben: ein weißer Stein der Weisen der die Transmutation zu Silber bewirken sollte. Die Darstellung des Stein der Weisen war ein gut gehütetes Geheimnis und es gab einen selbst auferlegten Moralkodex unter den Alchemisten, ihr Wissen nur in Verschlüsselungen bzw. überhaupt nicht preis zu geben.”

 

>>taz<<

“Eine andere Transmutation allerdings könnte in großen Industrieanlagen in den kommenden Jahren auch wirtschaftlich interessant werden. Die Beseitigung von Atommüll ist nicht erst seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima und der damit verbundenen öffentlichen Sensibilisierung bezüglich der Sicherheit von Atomkraft weit mehr als Gold wert. Durch Neutronenbeschuss ist es möglich, so der Plan vieler Kernphysiker, Plutonium und andere extrem langlebige und extrem toxische Elemente in weniger gefährliche Stoffe zu zerlegen. Während man bei einer Endlagerung von Plutonium von einer Dauer von etwa einer Million Jahre ausgeht, müssten die aus dem Plutonium entstandenen Stoffe nur einige tausend Jahre gelagert werden, bis sie nicht mehr gefährlich sind. Die Idee der Umwandlung radioaktiven Abfalls durch Neutronenbeschuss ist nicht ganz neu. Bereits 1992 veröffentlichte Charles D. Bowman vom Los Alamos National Laboratory in seiner Arbeit “Nuclear Instruments and Methods in Physics Research” seine Forschungsergebnisse hierzu. Der italienische Physiknobelpreisträger aus dem Jahr 1984, Carlo Rubbia, der von 1989 bis 1993 Generaldirektor des Europäischen Zentrums für Teilchenphysik in Genf (Cern) war, entwickelte die Idee weiter.”

Durch künstlichen Neutronenbeschuss würden sich darüberhinaus noch weitere Möglichkeiten eröffnen: Sollte das Quecksilber-Isotop 196 mit langsamen Neutronen beschossen werden, dann käme dabei das Quecksilber-Isotop 197 heraus, welches dann in das Gold-Isotop 197 übergehen würde.

 

 

 

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