Die schleichende Einführung eines Hundeverbots

Screenshot youtube.com

Eine amtliche Fahrerlaubnis für Hunde? So etwas gibt es wirklich. Inklusive Theorie- und Praxisprüfung, samt einer teuren Kostennote. Hinzu kommen Verbotslisten für Kampfhunde und eine regelmäßig steigende Hundesteuer. Durch ausufernde Kosten und kostspielige Auflagen, wird das Halten von Hunden zu einen Luxusgut.

Das Halten von Hunden ist Luxus

Dabei ist nicht selten ein Hund, weit mehr als irgendein beliebiges Haustier. Neben Blindenhunden, Wachhunden und Herdenschutzhunde bieten diese Tiere, für sozial benachteiligte Menschen, häufig einen wichtigen Halt im Leben.

>>Spiegel<<

„Die sogenannten Rasselisten beruhen auf der Annahme, dass manche Rassen von Geburt an aggressiver sind als andere. Kritiker der Rasselisten streiten das ab und sagen: Der Hund ist, was der Mensch aus ihm macht. „Man kann jeden Hund gefährlich machen, das ist das Problem“, sagt Hansjoachim Hackbarth, Leiter des Instituts für Tierschutz und Verhalten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Keine Rasse sei aggressiver als die andere. Das sieht auch Franziska Kuhne von der Uni Gießen so. Aggressives Verhalten habe immer etwas mit den Erfahrungen des einzelnen Hundes zu tun, nicht mit seiner Rasse.“

Moderne Alchemie: Ganze Hunderassen pauschal verboten

Hunderassen pauschal als gefährlich oder wahlweise harmlos einzustufen: Das Ganze ist ein Ausdruck des modernen Zeitgeist. Jeder Hund hat prinzipiell einen individuellen Charakter, der – zu allen Überfluss – sich mit der Zeit auch noch ändern kann. Alleine die Annahme – Charakterzüge einer Hunderasse anzudichten  – mutet schon ziemlich weltfremd an: Und welche Merkmale muss ein Hund erfüllen, um amtlich zu einer Rasse zu gehören? Macht die Kreuzung eines Schäferhundes und eines Kampfhund – dann per behördlicher Definition – die Nachkommenschaft etwa gefährlicher? Moderne Alchemie hält Einzug in die Amtsstuben. Ein Verwaltungsbeamter der vermutlich selbst noch nie einen lebenden und atmenden Hund gesehen hat, beurteilt nun die Gefährlichkeit von Hunden. Alleine schon der Begriff „Kampfhunde“ ist eine Wortschöpfung aus der Presse oder stammt wohl aus einen dunklen Behördenkeller. Kein Hundezüchter der etwas auf sich hält, hat je damit geworben „Kampfhunde“ zu züchten. Genauso wenig werden „Kampfrinder“ oder „Kampfgoldfische“ gezüchtet. Jedoch Hunde mit einen bedrohlichen Erscheinungsbild, sind durchaus gewollt und das mit guten Grund.

Wachhund: Schutz vor Gewalt und Diebstählen offenbar unerwünscht

>>Staatsfunk „Mitteldeutsche Rundfunk“ <<

„Seit Anfang Dezember wird die Görlitzer Altstadt immer wieder von Einbrechern heimgesucht. Oft kommen die Ganoven sogar mehrmals hintereinander auf der Suchen nach Beute, die sich schnell zu Geld machen lässt. Pro Tag registriert die Polizei mittlerweile bis zu drei Einbrüche in der Innenstadt.“

Interessant ist die Wortwahl: „Bis zu drei Einbrüche in der Innenstadt“ – Gemeint ist damit – nur – die Innenstadt von Görlitz. Über die Kriminalität von der übrigen Lausitz, wurde offenbar eine Nachrichtensperre verhängt. Der staatliche Rundfunk hat über dem Fall auch nur berichtet, weil hier mal zufällig der Täter geschnappt wurde – oder wo zumindest dies vermutet wird. Jedenfalls gibt es zu diesem Einbruch auch eine Pressemitteilung der Polizei, über die anderen zahllosen ungeklärten Fälle, schweigen sich die Behörden aus: Als Pressemitteilung tauchen diese zahllosen ungeklärten Fälle jedenfalls nicht auf.

Nachrichtensperre: Wenn Einbrüche niemals amtlich geschehen sein sollen

Ein Hund kann selbstverständlich nicht jeden Einbruch verhindern, aber manchen Fällen kann er die ungebetenen Gäste vertreiben. Ein bedrohlich aussehender Hund, hat sehr wohl einen – einschüchternden Effekt – selbst dann, wenn er eigentlich harmlos ist. Genau aus diesen Grund wurden Hunde ursprünglich domestiziert. Auch die gezielte Zucht von vermeintlichen „Kampfhunden“ hat häufig genau diesen Hintergrund. Im Zweifel würde ein gut abgerichteter Hund, sein eigenes Leben hergeben, um sein Herrchen oder Frauchen zu beschützen. Angesichts der Sicherheitslage, müsste eigentlich die Haltung von Hunden gefördert werden – in der Realität weit gefehlt.

Im Zweifel würde ein gut abgerichteter Hund, sein eigenes Leben hergeben, um sein Herrchen oder Frauchen zu beschützen

>>Berliner Tageszeitung<<

„Für alle Tiere, die nach dem 22. Juli 2016 angeschafft wurden, müssen Herrchen ihre Eignung nachweisen: mit dem Hundeführerschein („Sachkundenachweis“). … Auf der aktuellen Sachverständigen-Liste stehen 57 erfahrene Tierärzte und Trainer. … Theorie büffeln und beherrschen Rund eine Stunde dauert die praktische Prüfung, 45 Minuten der schriftliche Test. Denn der Halter muss zusätzlich noch Theorie büffeln und beherrschen: Von 30 Fragen müssen 70 Prozent richtig angekreuzt werden.“

Neben die Kosten für den sogenannten „Hundeführerschein“ kommen noch Kontrollen hinzu, um zu prüfen, ob der Hundehalter tatsächlich dafür eine „Fahrerlaubnis“ hat. Am Ende muss der Steuerzahler dafür auch noch aufkommen. Oben drauf kommt noch die Hundesteuer. Alleine die philosophische Frage, welche Hunderassen nun „Kampfhunde“ seien, dürfte schon Unsummen verschlungen haben. In der regen behördlichen Diskussionskultur wird aber – niemals die Sinn-Frage – gestellt. Oder gar Steuerverschwendung angeprangert. So etwas würde das ungeschriebene Blasphemiegesetz verletzen.

Wölfe und Wolfshybride sind gefährlicher als jeder Kampfhund

Tatsächlich laufen aber verwilderte Kampfhunde – die tatsächlich diesen Namen verdienen – frei herum. Nicht wenige Wölfe sind verwilderte Hunde oder nur zum Teil Wolf. Eigentlich müssten diese herrenlosen und durchaus gefährlichen Tiere entnommen werden, aber hierfür gibt es zahlreiche Ausnahmen. Zu allen Überfluss sind Schäfer faktisch gezwungen – Aufgrund der Wolfsgefahr – sogenannte Herdenschutzhunde zu halten: Die – Vor dem Wolf – unnötig waren. Das ganze ist natürlich ein mustergültiges Beispiel dafür, wie eine Behörden-Verbotskultur – jenseits jeglicher Realität – in ihren selbst geschaffenen Filterblase kreisen. Aus deren Logik gedacht: Bei genauer Betrachtung sind Herdenschutzhunde recht große und irgendwie ja auch gefährlich Tiere, weil sie es immerhin mit einen Wolf aufnehmen können. Demnach müssten diese als Kampfhunde klassifiziert und demzufolge auch verboten werden: Und allen Schäfern hätte man damit einen Gefallen getan, denn kein Herdenschutzhund würde sie je mehr angreifen – klingt aus der hypothetischen Sichtweise eines Beamten durchaus plausibel.

 

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