Warum viele Menschen krank zu Arbeit gehen

Screenshot iovworld.org

Physische anstrengende Berufe schlagen sich logischerweise auf die Gesundheit nieder. Die Folge: Ein vergleichweise höherer Krankenstand. Aber nicht alle gesundheitlich angeschlagene Menschen bleiben auch zu Hause.

>>Spiegel<<

“Straßenreiniger und Müllmänner fehlten laut AOK 2009 im Schnitt 28,8 Tage. Es folgen Waldarbeiter und Krankenpflegehelfer mit rund 25 Tagen. Auch Jobs im Baugewerbe liegen deutlich über dem AOK-Durchschnitt von 17,3 Tagen. In dieser Branche wie auch in der Land- und Forstwirtschaft gibt es überdurchschnittlich viele Fehlzeiten wegen Verletzungen sowie Leiden an Muskulatur und Skelett. In der Dienstleistungs- und Verwaltungsbranche sind dagegen psychische Erkrankungen überrepräsentiert.”

 

>>Berliner Zeitung<<

“Es gibt einen über die Jahre beobachteten Zusammenhang: Geht es der Wirtschaft schlecht, melden sich die Beschäftigen selten krank, weil sie um ihren Job bangen. Brummt die Konjunktur jedoch, dann steigen die Krankschreibungen, auch weil der Arbeitsplatz sicher erscheint.”

 

>>Norbert – Anonym – Schneider<<

“Oft wollen Patienten, die wirklich krank sind und dringend eine Auszeit bräuchten, lieber arbeiten, als sich ins Bett zu legen. Sie wollen entweder möglichst kurz oder gar nicht krankgeschrieben werden. … Gerade Mütter und insbesondere alleinerziehende Mütter haben Angst, bei Chefs und Kollegen als unzuverlässig zu gelten. Dass jemand denkt: Typisch Mutter, die hat doch neulich erst gefehlt, als das Kind krank war, die kommt ihrer Arbeit nicht nach. Diese Frauen fürchten, bei der nächsten Kündigungswelle vor die Tür gesetzt zu werden. … Ja, vor allem in sozialen Berufen und auch da an erster Stelle bei Frauen: Kranken- und Altenpflegerinnen zu Beispiel. Das sind körperlich und psychisch belastende Berufe mit hohem Zeitdruck, Schichtdienst und Wochenendarbeit. Da höre ich oft: Ich kann die Kollegin nicht im Stich lassen. Die kommt schließlich auch, wenn sie krank ist. Manche sagen auch: Ich kann meine Patienten nicht im Stich lassen. … Das gibt es auch in familiengeführten oder mittelständischen Betrieben. Von Handwerkern höre ich immer wieder: Wir haben gerade einen wichtigen Auftrag, ich kann den Chef nicht im Stich lassen. Oder: Ich kann jetzt nicht krank sein, dann wird meinem Kollegen der Urlaub mit seinen Kindern gestrichen. Von mir wollen sie dann meist nur ein Antibiotikum bekommen, damit sie schnell wieder fit sind.”

Es sind vor allem ökonomische Gründe die dazu führen, dass viele sich lieber krank zu Arbeit schleppen – selbst dann, wenn es gesundheitlich eher abträglich ist.

 

 

 

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